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Ida Schulz hatte mit den Kindern viele Anregungen zu den Themen Klassenrat und Schulparlament erarbeitet.

Klassenrat sucht Lösungen für Probleme

  • VonVolker Heller
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Staufenberg (vh). Die Veranstaltungsreihe »Jugenddialoge« des Demokratieprojekts Dabeisein - in den Gießener Lahntälern - endete jetzt in der Treiser Sport- und Kulturhalle. Es ging diesmal um Mitbestimmung, Kinderrechte, Klassenräte und Schülerparlamente in der Grundschule. Gesprächsteilnehmer waren Michael Kramer (Schulleiter Bunte Schule Lollar), Annabel Trechsler und Ida Kohlhausen (beide 4.

Klasse, Salzbödetal-Schule), Henning Goedecke (4. Klasse, Lindenhofschule Mainzlar). Ida Schulz (kümmert sich um das Jugendforum von Dabeisein) moderierte.

»Wir leben von euch, ihr seid unsere Aufgabe«, sagte Kramer. Lehrer verdankten den Kindern ja ihre Arbeitsstelle. Alleine deshalb seien Kinder ein gleichberechtigter und wichtiger Teil von Schule. Was früher längst keine Selbstverständlichkeit war, werde heute nicht mehr in Frage gestellt. Demokratieerziehung gehöre nunmehr zu den Zielen der Sachkunde. Die meisten Schulen würden Kinderräte und/oder Schülerparlamente in ihrem Bildungsplan festschreiben. Schwierig und jedes Schuljahr wieder eine Herausforderung sei das Abstimmen der Stundenpläne mit den Schülergremien, besonders Parlamenten.

In der Bunten Schule gebe es 15 Klassen und eine Vorklasse. Manche Klasse habe wöchentlich ihren Klassenrat, andere wenn es genügend Themen gebe. Mit zunehmender Einübung fänden die Sitzungen selbstständig statt. Bis dahin werde mit dem Schulsozialarbeiter geübt. Der sei auch Ansprechpartner für die Lehrkräfte und bei neuen Kollegen. Ziel sei, dass Kinder eigene Lösungen fänden. Trechsler informierte über das Hauptthema im Klassenrat: Schlichtung von Streit. Drei Kinder machten Lösungsvorschläge. Darüber werde per Handzeichen abgestimmt. Bei ihrem Klassenrat gibt es Rollen: Protokollant, Stopsager, Zeitwächter, Redewächter, Zerreißer.

Der Zerreißer macht im Schlichtungsfall eben dies mit dem Zettel, worauf der Streitanlass steht. Mitbestimmung in der Grundschule meint vor allem bei Spielmöglichkeiten. Goedecke nennt ein Beispiel: »Brauchen wir eine Nestschaukel, zwei einzelne oder gar keine«. Kramer beschreibt ein grundsätzliches Problem der öffentlichen Schule. »Wie kann man kurzfristig und unmittelbar Kinder mit einbeziehen«.

Wunsch nach mehr Rückmeldung

Die Schulorganisation sei manchmal zu träge. Schnelle Lösungen für Kinder, und sei es nur eine Schaukel, müssten durch zu viele Instanzen, dauerten entsprechend lange. Notfalls könne ein Förderverein Dinge beschaffen. Privatschulen handelten ohnehin schneller. »Die gucken nicht nach unseren Wünschen«, warf Trechsler ein und schlug vor, »vom Förderverein sollte jemand im Schülerparlament dabei sein«. Das eine Stunde Still-Sitzen beim Klassenrat oder Schulparlament wird durch die Suche nach dem geeigneten Ort ausgeglichen. »Draußen finde ich gut«, sagt Kohlhausen. Goedecke und Trechsler ergänzen noch »Klettergerüst«.

Kramer weiß von innovativen Schulbauten. wo die Lernumgebung generell anders gestaltet werde als im Regel-Schulbau. Das Bauwerk dürfe aber keine Ausrede sein. Beide Mädchen fänden es wichtig, wenn Kinder gefragt würden, wenn auf dem Schulhof etwas geplant werde. Trechsler wünschte sich mehr Rückmeldungen, wenn ein geäußerter Wunsch aus Klassenrat oder Schulparlament nicht ausgeführt werde.

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