Kein Spielzeug, sondern dringend benötigt

Staufenberg (sdi). Bei einem Fest mit hunderten Besuchern haben der hessische Innenminister Volker Bouffier und Bürgermeister Horst Münch am Pfingstsonntag am Feuerwehrhaus Mainzlar ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug (HLF) an die Einsatzabteilung übergeben.

Stellvertretend für alle Bürger nahm der Mainzlarer Karl-Friedrich Zecher ("KFZ") den Fahrzeugschlüssel entgegen und übergab ihn Stadtbrandinspektor Michael Klier, der ihn der Einsatzabteilung Mainzlar (Wehrführer Michael Volpert) anvertraute. Die Übergabe an einen Bürger sollte symbolisch zeigen, dass die Feuerwehr das Fahrzeug ausschließlich in den Dienst der Allgemeinheit stellt.

Alle Redner hoben hervor, dass es sich beim rund 250000 Euro teuren HLF 20/16 keineswegs um ein "Spielzeug der Feuerwehr" handele. Das Fahrzeug, das auf dem neuesten technischen Stand ist, sei ein dringend benötigter Ersatz für einen 28 Jahre alten Wagen. Unisono betonten die Redner die Bedeutung ehrenamtlich tätiger Feuerwehrleute. Staatsminister Bouffier - von den Floriansjüngern "Feuerwehrminister" genannt - sagte, in der Politik müsse im Großen wie im Kleinen über den Sinn von Investitionen entschieden werden, für die eigentlich gar kein Geld da sei. Investitionen in die Wirtschaft seien wichtig, um Arbeitsplätze zu erhalten und die Wirtschaftskrise zu überwinden, so der Minister: "Aber noch wichtiger ist es, Menschen in Not zu helfen."

Bürgermeister Horst Münch wies auf den Anspruch der Ehrenamtlichen auf Sicherheit bei ihren Einsätzen hin. Er hob die Bedeutung von Nachwuchsförderung und Kooperationen bei der Feuerwehr hervor: "Was nützen die besten Fahrzeuge, wenn keiner drauf sitzt, wenn es brennt?" Diesen Gedanken griff Karl-Friedrich Zecher auf, der für seine Vereinstätigkeit und seine Teilnahme an Stadtparlamentssitzungen bekannt ist. Die Bürger müssten sich fragen: "Wie kann ich mich, egal auf welchem Gebiet, für den Staat einbringen?", forderte "KFZ". Er fügte hinzu, wenn das "Kirchturmdenken" in den Stadtteilen aufhöre, könne "noch viel mehr Gemeinsames vollbracht werden". Stadtbrandinspektor Michael Klier erwähnte in diesem Zusammenhang den geplanten Feuerwehr-Neubau "Staufenberg-Mitte". „Jetzt ist die wichtigste Aufgabe, die Menschen "n Staufenberg, Mainzlar und Daubringen zusammenzuführen", so Klier. Kreisbrandinspektor Gert Battenfeld lobte die Stadt für ihre Überlegungen zur Zukunft der Feuerwehr.

Das neue HLF hatte die Feuerwehr bereits am 17. April erhalten. Von rund 250000 Euro Gesamtkosten wurden 70 000 Euro aus Fördermitteln des Landes Hessen bezahlt. Das neue Fahrzeug löst das Tanklöschfahrzeug 16/25 ab, das 1981 in Dienst gestellt wurde. Es ist unter anderem mit einem 2000-Liter-Wassertank, Rückfahrkamera und Xenon-Scheinwerfern, Hilfeleistungs- und Löschgeräten ausgestattet. Durch einen längeren Radstand können alle vier Atemschutzgeräte in der Mannschaftskabine untergebracht werden.

Wie sein Vorgänger soll das HLF 20/16 voraussichtlich etwa 25 Jahre eingesetzt werden. Der stellvertretende Mainzlarer Wehrführer Bodo Schäfer rechnete vor, dass sich somit pro Jahr für jeden der über 8000 Einwohner der Stadt Anschaffungskosten von nur 1,21 Euro ergäben. "Das müsste jedem Bürger die Feuerwehr wert sein". Der stellvertretende Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Marcus Leopold, sagte, mit dem neuen Fahrzeug übernehme die Feuerwehr eine "Bürgschaft für die Sicherheit" der Bürger.

An der Veranstaltung nahmen neben Kommunalpolitikern Ehrengäste aus der Region teil, darunter der frühere Regierungspräsident Wilfried Schmied und die Landrats-Kandidatin Anita Schneider. Als Vertreter der Firmen, die das Fahrzeug verkauft bzw. umgestaltet hatten, waren Peter Wagner (Wagner-Projekte, Beklebung), Rainer Sammet (Metallbau Sammet) und Klaus-Dieter Feix (Mercedes-Benz) zugegen. Auch Landrat Willi Marx und der Lollarer Stadtbrandinspektor Marco Kirchner beglückwünschten die Staufenberger Wehr zum neuen Fahrzeug.

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