An der Ecke Mainzlarer Straße/Jahnstraße haben fleißige Helfer vor einigen Tagen eine mannshohe Robinie ("Baum des Jahres 2020") gepflanzt und zwei Findlinge gesetzt. An dem linksseitigen Findling ist eine Erinnerungsplakette zum 100-jährigen Bestehen der Fußballabteilung des SV Staufenberg befestigt. FOTO: VH
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An der Ecke Mainzlarer Straße/Jahnstraße haben fleißige Helfer vor einigen Tagen eine mannshohe Robinie ("Baum des Jahres 2020") gepflanzt und zwei Findlinge gesetzt. An dem linksseitigen Findling ist eine Erinnerungsplakette zum 100-jährigen Bestehen der Fußballabteilung des SV Staufenberg befestigt. FOTO: VH

Jubiläumstermine im Juni 2021

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Die Fußballabteilung des Sportvereins Staufenberg wollte diesen Sommer ihr 100. Jubiläum eigentlich groß feiern. Ehrenvorstandsmitglied Siegfried Seeger hatte eine ansehnliche Ausstellung für das Vereinsheim an der Jahnstraße vorbereitet, bereits monatelang das Bild- und Schriftmaterial dafür und als Basis für eine Festschrift zusammengesucht. Ebenso hätte man auf dem Sportplatz ein internationales Jugendfußball-Turnier mit Teilnehmern aus Staufenbergs europäischen Partnerstädten auf die Beine gestellt. Dann kam das Corona-Virus und alles wurde vorerst über den Haufen geworfen - wirklich alles? Völlig sang- und klanglos sollte das Jubiläumsjahr 2020 dann doch nicht vorüber ziehen.

Ein kleiner Kreis um den SV-Vorsitzenden Horst Münch traf sich am Gründungstag, dem 1. August, zu einer bescheidenen Gedenkstunde. An der Ecke Mainzlarer Straße/Jahnstraße hatten fleißige Hände vor Tagen eine mannshohe Robinie (Baum des Jahres 2020) gepflanzt und zwei Findlinge gesetzt. Der ehemalige Spielertrainer Ulrich Gath ist der Hauptsponsor des Baumes. An einem der Findlinge ist eine Erinnerungsplakette befestigt. Die Jubiläumstermine sind auf Juni 2021 verschoben.

Die Balltreter machten ihre Sache gut, vertraten Staufenberg auf nationaler Ebene und bei internationalen Wettkämpfen. In der Saison 1951/52 richtete man sogar die Herbstmeisterschaft aus. Die sportlichen Erfolge der ersten Jahrzehnte sind umso erstaunlicher, als dass ein anspruchsvoller Fußballplatz erst ab 1965 zur Verfügung stand (das heutige Sportgelände an der Jahnstraße). Auf den damaligen Kickflächen (Auf der Bleiche am ehemaligen Betonwerk Rühl, dann Am Ruhestein) würde heute niemand sein Auto parken wollen, war zu erfahren.

Helfer gesucht für Renovierung

Vorsitzender Münch informierte, er sei mit 17 Jahren in die 1. Mannschaft gekommen. Durch seine frühe Mitarbeit im Vereinsvorstand habe er die langwierige Rivalität von Turnern und Fußballern hautnah erlebt. Die einen hätten den anderen schon mal Schläge angeboten. Münch: "Diese Zeiten sind vorbei". Außerdem könne ein Sportverein heutzutage alleine mit Turnen und Fußball nicht mehr bestehen, und die Fußballabteilung des SV Staufenberg bilde zumal mit der Eintracht Lollar eine Sportgemeinschaft. Eintracht-Vorsitzender Dr. Norbert Luh lies über Münch Grüße ausrichten.

Rund 1000 Mitglieder, darunter 400 Kinder, erhielten mittlerweile ein breites Angebot aus Sport und Fitness, sagte Münch. Im Vereinsheim würden bald die Sanitärräume, Duschen und Umkleiden renoviert. Der SV-Vorsitzende sucht weiterhin ehrenamtliche Helfer/Handwerker. 270 000 Euro solle die Investition kosten. Die Stadt gibt einen Zuschuss, der neu eingestellte Klimaschutzmanager sucht staatliche Förderprogramme.

Bürgermeister Peter Gefeller übergab ein originelles Jubiläumsgeschenk: Die Kopie eines Antrags der Fußballer vom 19. April 1921 an die Stadtpolitiker auf Gewährung eines geeigneteren Spielplatzes. Der sei damals leider abgelehnt worden. Er würdigte die gesellschaftliche Bedeutung des Sportvereins. Außerdem sprach er sich für den Beibehalt des Sportplatzes an der Jahnstraße aus: "Der gehört hierher". Zumal diene das Gelände auch sozialem Zweck. 2016 hatte es hier den Tag der Begegnung mit Flüchtlingen gegeben. Gefeller war beim Sportverein einige Jahre Jugendtrainer und erläuterte den sozialen Lerneffekt des Mannschaftssportes.

Kreisfußballwart Henry Mohr rief die frühere Prominenz der Staufenberger Fußballer innerhalb des Fußballkreises in Erinnerung. Viele Entscheidungsspiele hätten hier stattgefunden - nicht zuletzt weil auch genügend Parkplätze vorhanden seien.

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