Identität wahren

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Für das Stadtgebiet Staufenberg entsteht ein neuer digitaler Flächennutzungsplan. Beauftragt wurden im Herbst 2018 die Planungsbüros Holger Fischer, Zick-Hessler und Dr. Jochen Karl. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet dabei die bauliche Entwicklung der Innenbereiche in allen vier Stadtteilen. Dem Finanzausschuss stellte Dr. Karl erste Ergebnisse vor.

Nicht historisieren

Jahrzehntelang habe sich die Gesellschaft weggeduckt. Wolle man jedoch die Identität eines Ortes bewahren, müsse jetzt unbedingt gehandelt werden. Die Bürger bräuchten Anreize und Fördermittel. Städtebau und Verkehr träfen in Treis als besondere Herausforderung aufeinander. Das historische Zentrum liege wohl zwischen dem Felsvorsprung, auf dem die Kirche stehe, und den ehemaligen Hohlwegen, die an der Lumdabrücke in der Bahnhofstraße aufeinander stießen. Die heutige Ortsdurchfahrt (Hauptstraße) sei im 19. Jahrhundert weder eine Durchgangsstraße gewesen noch dafür konzipiert worden.

Innenentwicklung soll den Flächenverbrauch (Baugebiete an den Ortsrändern) eindämmen und gleichzeitig die gewachsene und ortsbildprägende Bausubstanz erhalten helfen. Karl stellte fest, bei Neubauten auf freien Grundstücken sollte nicht historisiert werden wie in Frankfurt (neue Altstadt). Bestandsgebäude rein historisch zu sanieren komme zu teuer. Planer Karl listete charakteristische Gestaltungsmerkmale auf, damit eine Baumaßnahme sich harmonisch einfüge in einen Straßenzug oder einen Bereich: Kubatur, Fenster, Farbe, Dach, Verzicht auf modische Details und Wahren der Proportionen.

Karls zeitaufwendige Arbeit über Treis soll nach Fertigstellung dem Magistrat vorgelegt werden. Weitere Stadtteile wird der Planer nachfolgend bearbeiten. Der Ausschuss fasste keinen Beschluss. Wie man Innenentwicklung praktisch umsetzen könnte, wird später beraten.

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