Holzpreise ziehen an

  • VonVolker Heller
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Staufenberg (vh). 2021 war im bisherigen Jahresverlauf recht nass und kalt. Forstamtsleiter Ralf Jäkel sprach am Dienstagabend im Staufenberger Haupt- und Finanzausschuss von »einer kleinen Atempause für den Wald«. Damit seien aber die Probleme nicht gelöst worden - »der nächste heiße Sommer kommt bestimmt«.

Jäkel und Revierförster Jacob Thomaka lieferten die Zahlen für den Forstwirtschaftsplan 2022. Noch wichtiger ist deren Zustandekommen. Vorläufig wird mit einem Jahresdefizit in Höhe von 39 000 Euro gerechnet. Thomaka blieb skeptisch: »Der Wald kann sich in Zukunft nicht mehr selber tragen.« Mit einem Defizit sei wohl auch »für die nächsten Jahrzehnte zu rechnen«.

Bei der Ursachenforschung kam natürlich die Fichte zur Sprache. Mittlerweile seien alle Fichten-Altbestände durch Käferbefall geschädigt (Altbestände, also Starkholz, waren bisher die zuverlässige Kapitalanlage; die Red.). Vereinzelte Fichten-Inseln finde man noch, ansonsten gebe es große Freiflächen (insgesamt 50 Hektar), die man wieder bepflanzen wolle. Pro Hektar koste das 15 000 bis 20 000 Euro. Unter dem Kronendach von Fichten gebe es keine Naturverjüngung, so der Förster. Die großen alten Buchen (weitere Geldbringer) litten an einer Komplexkrankheit. Über 100-jährige Bäume etwa seien an regelmäßige Wasserversorgung gewöhnt gewesen und hätten die trockenen Sommer der vergangenen Jahre nicht schadlos überstanden.

Schäden an der Rinde und Krone seien für den Fachmann unverkennbare Anzeichen. Diese führten unweigerlich zum Absterben des jeweiligen Baumes, folglich zur Holzentwertung (durch Pilze).

Innerhalb von nur vier Monaten könne dieser Vorgang abgeschlossen sein. Einmal vorhandene Schäden könne auch ein nasser Sommer nicht heilen, so der Förster. Immerhin verjünge sich die Buche von allein. Jäkel sah die Waldzukunft etwas hoffnungsfroher und begründete dies. Zwar sei der Holzmarkt bisher »desaströs« gewesen (Preisverfall durch Überangebot von Schadholz). Momentan zögen die Preise jedoch wieder an. Lärche oder Douglasie (Starkholz) könnten sogar 120 Euro/Festmeter erzielen). Gesucht werde etwa Eiche, ein in Deutschland traditionelles Möbel- und Parkettholz.

Oberstes Ziel bei Aufforstungen sei der Versuch, »alles zu mischen«, so Jäkel. Man »nehme alles mit, was wächst«. Früher habe man beispielsweise in Kulturen die Birke entfernt. Wenn Starkholz von Fichte und Buche fortlaufend seltener werde, müsse das holzverarbeitende Gewerbe sich darauf einstellen und es werde zwangsläufig auch Sortimente von Baumarten abnehmen, die es bisher verschmäht habe. Hinzu kämen wellenartige Modetrends. Manchmal sei etwa Kirsche oder Erle gefragt (auch deshalb ist ein großes Angebot verschiedener Bäume im Wald wichtig, die Red.).

Förster Thomaka informierte, dass ausschließlich zertifiziertes Pflanzgut in den Wald verbracht werde; es sei abgestimmt auf den jeweiligen Naturraum im Revier. Einstimmig billigte der Finanzausschuss den Forstwirtschaftsplan 2022. Auf drei Einzelflächen mit zusammen 8,3 Hektar sollen Buche- und Eiche-Althölzer nicht mehr bewirtschaftete werden. Das ergebe Ökopunkte im Gegenwert von 200 000 Euro. Weiteren Gewinn für den Wirtschaftsplan brächten zukünftig die drei Windräder.

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