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Närrisches Vergnügen:Teilnehmer der virtuellen Karnevalssitzung des TV Mainzlar.

»Helau« im Heimkino

  • vonVolker Heller
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Staufenberg (vh). Von wegen Helau: Karneval im Februar 2021 fällt wegen der Corona-Pandemie allerorten aus. Selbst die Sambaschulen im brasilianischen Rio de Janeiro haben ihre Parade abgesagt. Ausfallen musste aber auch die 45. Prunksitzung der Karnevalabteilung des TV Mainzlar, die - eigentlich - am 30. Januar in der Staufenberger Stadthalle steigen sollte.

Der Ort, an dem die 44. Jubiläumssitzung mit 640 Menschen bei bester Laune gefeiert wurde, gleicht aktuell eher einem trostlosen Ort. »Das Jahr der Corona-Pandemie war auch für die Karnevalisten im TV Mainzlar ein sehr ungewöhnliches Jahr«, bilanziert Sitzungspräsident Carsten Trittin auf Nachfrage.

Vergangenen Sommer habe die Hoffnung auf eine reguläre Kampagne immerhin noch auf Sparflamme gekocht. Das gewohnte Training in den Sporthallen sei nicht möglich gewesen, aber für die besondere Situation hätten die Tanzgruppen sodann besondere Lösungen gefunden. Vor allem auf dem Gelände des Aktivparks Lumdatal sei fleißig trainiert worden, um den Spaß am Tanzsport nicht zu verlieren.

Im Winter habe man den Außenbereich natürlich verlassen. Trainingseinheiten seien überwiegend online abgelaufen. Trittin erwähnte die Kindergarde. Deren Trainingspläne hätten Aufwärmübungen beschrieben, Videos mit Garde- und Showtanzchoreographien zum Nachahmen motiviert. Individuelles Heimtraining habe die Kinder für einen eventuellen Auftritt bestens ausgerüstet, findet Trittin. Die Tanzgarde erhielt ihre Trainingseinheiten zweimal wöchentlich per Videocall zu den klassischen Zeiten des Präsenztrainings. Dazu zählten Aufwärmen, Dehnübungen, Erlernen neuer Schrittkombinationen und Einstudieren ganzer Tanzsequenzen. Von Trainerin Bianka de Waal-Schneider ist zu erfahren, ein solcher Notbehelf könne jedoch nicht vollumfänglich das gesamte Präsenztraining ersetzen. Die Trainerin bleibt optimistisch. Auf dem Höhepunkt der fünften Jahreszeit fehlten aber die vielen Auftritte der verschiedenen Gruppen in der Stadthalle und Gastauftritte. Beim traditionellen Gießener Umzug am Faschingssonntag hätte der TV Mainzlar gerne teilgenommen - Absage.

Virtuelle Sitzung als Trostpflaster

Um ein Stück weit originalgetreue Faschingsstimmung anzustoßen, veranstaltete die Tanzgarde kürzlich eine interne virtuelle Karnevalssitzung. Eingeladen als Ehrengäste waren Sitzungspräsident Carsten Trittin sowie als Senatsvertreter Norbert Zwiener. Bianka de Waal-Schneider moderierte, Noëmi Schneider sorgte für einen reibungslosen technischen Ablauf.

Zwiener (genannt »Knobel«) fand die richtigen karnevalistischen Töne. Mit einem fantastischen Solomariechen-Tanz im heimischen Wohnzimmer begeisterte Emilia Carvalho. Selbst auf der kleinsten Bühne präsentierte sie Bogengang, Radschlag, Spagat und Stehspagat. Zum Schunkeln und Mitsingen lud Constanze Faulenbach live ein, sie heizte mit stimmungsvollen Stücken dem Publikum im »Heimkino« richtig ein.

Carsten Trittin erinnerte an die tollen Darbietungen vergangener Sitzungen. Da klang Wehmut durch. Yvonne Hartmann stellte ihre Büttenrede unter das Motto »Mollig ist herrlich, mollig ist schön«. Solomariechen Emilie Gefeller wirbelte über die heimische Bühne, wobei die Deckenhöhe im Zimmer gerade so ausreichte. Selbst ein Prinzenpaar war mit von der Partie: De Waal-Schneider begrüßte die Tollitäten Heike I und Jörg I. Mit eingespielten Videosequenzen aus der Kampagne 2019/2020 wurde nochmals prächtige Stimmung gesendet.

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