Grüne Schelte für Bürgermeister Gefeller

  • Rüdiger Soßdorf
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Staufenberg (pm/so). Kritik erntet der Staufenberger Bürgermeister Peter Gefeller für seine Überlegungen zu einer Ortsumfahrung von Treis: Sowohl die Grünen als auch der Verkehrsclub Deutschland und die Fahrgastverbände Pro Bahn und Pro Bahn & Bus widersprechen Gefeller.

Der Bürgermeister hatte in der Sitzung des Treiser Ortsbeirats den Bau einer Straße neben der Lumdatalbahn für möglich und auch sinnvoll gehalten. Mit dem Lumdatalbahnverein stimme er überein, dass die Lebensbedingungen der Menschen gerade im mittleren und oberen Lumdatal verbessert werden müssten. Während sich die Verantwortlichen des Lumdatalbahn-Vereins dies mit der Reaktivierung der Bahnstrecke erhofften, sehe er eine Verbesserung eher in einem massiven Ausbau einer Schnellbuslinie, so Gefeller im Nachgang. Der Schnellbus sei lediglich eine Zwischenlösung, die allerdings den Menschen im Lumdatal und andernorts bereits heute helfen würde.

In der Staufenberger Kommunalpolitik ist man sich fraktionsübergreifend einig, den alten Ortskern von Treis vitaler, familien- und lebensfreundlicher zu gestalten, sagt Gefeller. Das bedürfe jedoch der Lösung des Verkehrsproblems in der Hauptstraße.

Die Grünen im Lumdatal sind derweil der Ansicht, kurz vor der finalen Entscheidung zur Reaktivierung der Lumdatalbahn habe Bürgermeister Gefeller (SPD) der Stadt Staufenberg und der gesamten Region einen Bärendienst erwiesen. Sie gehen davon aus, es gehe um eine Ortsumgehung auf der Bahntrasse, wie 1985 schon einmal geplant. Die Grünen schimpfen, Gefeller lasse nichts unversucht, mit einer Verkehrspolitik von vorgestern der Zukunftsfähigkeit Staufenbergs zu schaden.

Gerhard Born von den Grünen äußerte dazu: Eine Entzerrung des Durchgangsverkehres auf der Hauptstraße in Treis hätte man bereits vor über 50 Jahren mit einem Einbahnstraßensystem realisieren können.

Statt »Stop & Go« in der Ortsdurchfahrt wäre auch heute noch entlang des Bahndamms eine Einbahnstraßenregelung möglich. Es stelle sich die Frage: Weshalb hat man in Treis nie gehandelt? Wurde je ein Prüfauftrag oder eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben? Gefeller habe es leider immer noch nicht verstanden, dass nur ein Gesamtangebot aus »Zug und Bus« für die Region zukunftsweisend sei und so die Verkehrswende auch im Lumdatal eingeleitet werden könne.

Als »Verkehrspolitik aus dem letzten Jahrtausend« bezeichneten die Fahrgastverbände Pro Bahn, Pro Bahn & Bus und der Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland die Wünsche des Staufenberger Bürgermeisters Gefeller (SPD) nach einer innerörtlichen »Umgehungsstraße« für Treis.

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