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Der nun nur noch dreiköpfige Treiser Ortsbeirat will weitermachen und sich um die Belange des Staufenberger Stadtteils mit etwa 2100 Einwohnern kümmern.

Nach Rücktritt

So geht es mit dem Treiser Ortsbeirat weiter

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Nach dem Rückzug der FW-Vertreter haben die verbliebenen Mitglieder des Ortsbeirats Treis entschieden, wie es weitergeht. Bürgermeister Gefeller sorgt sich um die Zukunft der Kommunalpolitik.

Wird es in Treis weiterhin einen Ortsvorsteher und einen Ortsbeirat geben? Diese Frage stand im Raum, nachdem zwei Mitglieder des Gremiums, Roland Ehmig und Uwe Weimar (beide FW), sich kürzlich zurückgezogen hatten. Ehmig war außerdem als Ortsvorsteher zurückgetreten - unter anderem, weil er keinen Sinn mehr in der Arbeit sehe und er sich mehr Akzeptanz und ein eigenens Budget für den Ortsbeirat gewünscht hätte.

Seit Mittwochabend steht fest: Mindestens bis zum Ende der laufenden Wahlperiode macht der Ortsbeirat des Staufenberger Stadtteils weiter. In der Beiratssitzung wählten die verbliebenen drei Mitglieder aus ihren Reihen einen neuen Ortsvorsteher: Künftig wird Peter Moldenhauer (SPD) das Amt bekleiden, zum Stellvertreter wurde Heiko Will (CDU) gewählt. Gisela Schmiedel (CDU) ist nun Schriftführerin des Ortsbeirats. Die beiden Sitze der Freien Wähler bleiben unbesetzt, als Stadtverordnete werden Weimar und Ehmig aber weitermachen, sagte Ehmig bei der Sitzung, erstmals als Zuschauer.

Treiser Ortsbeirat: Jetzt erst recht

"Uns war sofort klar: Jetzt erst recht!", äußerte sich der neue Ortsvorsteher Moldenhauer nach dem Ende der kurzen Sitzung, die sich auf die Neubesetzung des Amtes beschränkte. Man sei auch zu dritt beschlussfähig. Aufhören sei für sie keine Option gewesen, waren sich Moldenhauer, Will und Schmiedel einig. Man habe in der Vergangenheit die Abschaffung des Gremiums abgelehnt und werde dies auch weiter tun.

Bürgermeister Peter Gefeller (SPD), der auch als Wahlvorstand fungierte, nutzte die Ortsbeiratssitzung für ein flammendes Plädoyer in Sachen kommunalpolitische Engagement: "Das hohe Gut der Selbstverwaltung von Kommunen ist uns nicht in den Schoß gefallen."

Es sei ein großes Problem, dass viele langjährig engagierte Kommunalpolitiker nun "in die Jahre gekommen" seien, der Nachwuchs fehle. Wenn es nicht gelingen werde, auf Dauer genügend Menschen für die ehrenamtliche Arbeit in der Kommunalpolitik zu gewinnen, "müsste das jemand aus Wiesbaden machen, dann hätten wir das Heft des Handelns aus der Hand gegeben", sagte Gefeller.

Treiser Ortsbeirat: Appell des Bürgermeisters

Zwar verstehe er das Argument, dass vielen neben dem Berufsleben die Zeit fehle, doch Engagement sei vor allem "eine Frage des Wollens". Auf der Suche nach neuen Gesichtern für die Kommunalpolitik habe er schon einige Gespräche geführt, teilweise aber mit enttäuschendem Ergebnis. Gefeller appellierte vor allem an junge Menschen, sich zu engagieren, "wir brauchen euch dringend". Allerdings mangelte es bei der Sitzung an Adressaten dieses Appells: Neben einigen Kommunalpolitikern waren diesmal nur sehr wenige Bürger anwesend, was auch an der kurzen Tagesordnung gelegen haben mag.

Sowohl Gefeller als auch der Ortsbeirat dankten Ehmig für sein Engagement. Der Ex-Ortsvorsteher wünschte Schmiedel, Will und Moldenhauer "ein glückliches Händchen". Ob es nach der nächsten Wahl noch einen Ortsbeirat gebe, werde man sehen.

Der nun dreiköpfige Ortsbeirat wolle versuchen, "ein bisschen mehr Öffentlichkeit herzustellen", sagte Moldenhauer. Geplant sei, regelmäßig Bürgersprechstunden in Gaststätten anzubieten. Das Trio hofft auf Anregungen für und Interesse an dem kleinen Ortsbeirat - jetzt erst recht. (Foto: jwr)

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