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Aufgrund der Werbekampagne "Andere können gerne Prinzessin werden … und?" wird die Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Staufenberg-Mitte hessische Feuerwehr des Monats Mai. Staatssekretär Dr. Stefan Heck (6. v. l.) übergibt die Urkunde und eine Anerkennungsprämie.

Feuerwehrfrau statt Prinzessin

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Staufenberg (vh). "Andere können gerne Prinzessin werden … und du?" - mit dieser Werbekampagne versuchte die Freiwillige Feuerwehr Staufenberg-Mitte, ihre Frauenquote zu erhöhen. Hierfür wurde sie nun als "Feuerwehr des Monats Mai" ausgezeichnet. Dr. Stefan Heck, Staatssekretär des Innenministeriums, übergab die Urkunde und als Anerkennungsprämie einen Scheck über 500 Euro im voll besetzten großen Schulungsraum des Gerätehauses.

Stadtbrandinspektor Oliver Ortwein begrüßte die zahlreichen Ehrengäste. Er schilderte, wie es zur Werbekampagne kam. Die Zusammenlegung der drei Ortsteilwehren von Staufenberg, Mainzlar und Daubringen habe zunächst die Schlagkraft der Einsatzabteilung erhöht. In den Folgejahren habe die Wehr aufgrund der Fusion jedoch Personal verloren. Seit 2018 gewinne man wieder Aktive hinzu.

Die Schutzbereiche Mitte und Treis hätten momentan 95 Einsatzkräfte. Trotzdem sei die Tagesalarmbereitschaft nicht gesichert - denn viele engagierte Ehrenamtliche haben einen Arbeitsplatz viele Kilometer entfernt vom Gerätehaus. Deshalb arbeite man mit den Wehren aus Lollar und Allendorf/Lumda zusammen.

15 Frauen rücken aus

Hinter der Idee zur Werbekampagne stand die Erkenntnis, dass Frauen, bedingt durch Kindererziehung oder Haushaltsführung, oft nur halbtags beschäftigt seien oder gar im Erziehungsurlaub sind und tagsüber eher zur Verfügung stünden. Der Busecker Fotograf Chris Kettner machte professionelle Aufnahmen. Dr. Heck zeigte sich beeindruckt. Aktuell sind 15 der 95 Einsatzkräfte Frauen, hinzu kommen 28 weibliche Mitglieder in der Mini-und Jugendfeuerwehr (Mitte und Treis).

Der Staatssekretär verwies auf Bemühungen seines Ministeriums um bessere Ausstattung und Ausbildung, etwa den Neubau der Hessischen Landesfeuerwehrschule in Kassel, und betonte: "Eine attraktive Gemeinschaft ist die Hauptsache." Das gelinge in Staufenberg offenbar gut.

Bürgermeister Gefeller nannte die Frauen in der Feuerwehr "eine Bereicherung" und sprach den Wunsch aus, dass es noch mehr würden. Kreisbrandinspektor Mario Binsch gab Dr. Heck in Sachen Feuerwehr mit auf den Weg, "hier im Landkreis gibt’s immer gute Ideen" und bezüglich "Feuerwehr des Monats" sei man schon Spitzenreiter. Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Michael Klier ergänzte, 14-mal hätten Feuerwehren aus dem Kreis diese Auszeichnung erhalten.

Marco Kirchner betonte, Feuerwehrarbeit "macht keinen Halt vor der eigenen Gemeindegrenze". Er und der Allendorfer Stadtbrandinspektor Michael Carl übergaben den aktiven Frauen je eine pfirsichfarbene Rose. Oliver Ortwein beglückwünschte noch Marlena Wießner und Tristan Dehn (beide Schutzbereich Mitte) zum bestandenen Feuerwehr-Grundlehrgang.

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