Entourage Berlin überzeugen mit einer effektvollen Feuer-Choreografie und theatralem Tiefgang. FOTO: VH
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Entourage Berlin überzeugen mit einer effektvollen Feuer-Choreografie und theatralem Tiefgang. FOTO: VH

Effektvolle Feuer-Choreografie

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Das Sommerfestival auf der Burg Staufenberg unterhalb des ehemaligen Palas stand diesmal eindeutig unter einem guten Stern. Die Festivalzeit hoch über der Altstadt war in der Vergangenheit des Öfteren schon durch Regen behindert oder verhindert worden. Diesmal hätte man wegen der Corona-Abstandsregeln nicht ins Burghaus ausweichen können - und es blieb trocken.

Mit dem Publikumszuspruch konnte man zufrieden sein, denn es gibt ja trotz Vorsichtsmaßnahmen hier und da noch eine gewisse Unsicherheit. Barbara Pohl-Hondrich vom Veranstalter (Verein Impuls, BDP-Theaterfabrik Gießen, Heimatvereinigung Staufenberg) erläuterte, der "Kultursommer Mittelhessen" habe nachgefragt bezüglich Spielstätten im Freien mit gleichzeitig genügend Raum für die Corona-Abstände. Das Sommerfestival erhielt den Zuschlag und eine Förderung. Die Musikszene der Region meldete sich somit in der Öffentlichkeit zurück, und ein Feuertheater aus Berlin machte den Abschluss.

Landsmann springt ein

Balladeire spielte mit Tine Burock (Gesang), Corin Hild (E-Geige, Flöte), HO. Moritz (Akustikgitarre) und Moritz Weissinger (Perkussion). Burocks einschmeichelnde Stimme war wie Balsam auf die virusgeschädigte Kulturseele. Die Bandbreite ging von "Hallelujah" (Leonard Cohen) über "Enjoy the Silence" (Depeche Mode) bis "Komm in mein Boot" (Rammstein).

Die neu formierte Band Radio 2020 besteht aus Lisa Krause, Jessica Hormann, Mischa Jung und Peter Herrmann. Man brachte Popsongs aus fünf Jahrzehnten. Weissinger begleitete am Schlagzeug. Special Guest war John Morrell.

Die Traumsommernacht wurde indirekt durch Corona beeinflusst. Peter Herrmann (Bass) und Burkhard Mayer (Gitarre) wollten ursprünglich mit Fallou Sy aus dem Senegal Lebensfreude verbreiten. Der Gast kam aus dem westafrikanischen Land nicht heraus, sodass mit dem in Frankfurt lebenden Landsmann Baye Cheikh Matala Mbaye ein Ersatz gefunden wurde. Der Trommellehrer und Musiker versprühte Charisma und sang in einer der Hauptsprachen seines Heimatlandes: Wolof.

Nach Einbruch der Dunkelheit kam die Entourage Berlin mit einer effektvollen Feuer-Choreografie und theatralem Tiefgang. Im Mittelpunkt der gespielten Geschichte steht ein Puppenspieler der für seine Kunst keine Anerkennung erfährt und sich eine neue Realität erschaffen möchte.

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