Über die Zukunft des Werks in Mainzlar führen RHI Magnesita und der Betriebsrat nun Gespräche. 	ARCHIVFOTO: HENß
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Über die Zukunft des Werks in Mainzlar führen RHI Magnesita und der Betriebsrat nun Gespräche. ARCHIVFOTO: HENß

Rund 130 Arbeitsplätze in Gefahr

Drohende Werksschließung in Staufenberg: Aus für »Schamott« Ende April?

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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Wie geht es weiter mit dem Werk von RHI Magnesita in Mainzlar? Während der Wiener Konzern keine klaren Antworten gibt, steht laut Bürgermeister Peter Gefeller ein Datum für die Stilllegung im Raum.

Die Zukunft des Mainzlarer Werks von RHI Magnesita (ehemals Didier, bekannt als »Schamott«) steht offenkundig auf der Kippe. Kürzlich hatte die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), wie berichtet, mitgeteilt, dass der in Wien ansässige Konzern zu Verhandlungen über einen Sozialplan aufgerufen habe, obwohl Schließungsgerüchte bislang dementiert worden seien. Aus Sicht des Unternehmens stehe die Schließung fest, so die IG BCE.

Das Unternehmen äußert sich auf Anfrage dazu nun schmallippig: »Die momentane Situation, ausgelöst durch den Ausbruch der Covid-19-Pandemie, hat schwere Auswirkungen nicht nur auf unsere Branche, sondern auf die gesamte Industrie«, teilt eine Sprecherin mit. Oberste Priorität sei, »trotz der massiven Rückgänge im Auftragsvolumen und allgemein schwieriger Weltwirtschaft ein stabiles Unternehmen zu bleiben«. Um die Krise zu bewältigen »und zur Milderung künftiger schwerwiegender Auswirkungen« müssten auch im Mainzlarer Werk mit rund 130 Mitarbeitern »Maßnahmen ergriffen werden«.

Man sei nun »gemäß dem deutschen Betriebsverfassungsgesetz in ständigem Dialog mit dem lokalen Betriebsrat und im höchsten Maße bestrebt, einen guten und konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten zu führen«. Aufgrund der laufenden Gespräche will sich das Unternehmen nicht weiter äußern und macht keine Angaben zur weiteren Perspektive oder dem Stand der Gespräche. Auch auf Kritik, man wolle ein grundsätzlich profitables Werk mit guter Auftragslage ohne Not schließen, reagiert RHI Magnesita auf Anfrage nicht.

Drohende Stilllegung der »Schamott«: Bürgermeister kritisiert »Rolle rückwärts«

Staufenbergs Bürgermeister Peter Gefeller geht inzwischen von einer Schließung des Mainzlarer Werks aus. Er habe erfahren, dass der Konzern das Werk eigentlich schon Ende Januar habe schließen wollen. Nun sei von einer Schließung zum 30. April die Rede, so Gefeller. Der Bürgermeister spricht von »einer Rolle rückwärts« des Unternehmens. Gefeller weiter: »Man sieht die offensichtlich hoffnungslose Überforderung mit der Entscheidung und Umsetzung.«

Seitens der Stadt werde man nun handeln: Konkret sei angedacht, im Bebauungsplan die früheren Werkswohnungen zu integrieren. Auch eine Veränderungssperre für das Werk sei im Gespräch.

Die Staufenberger Kommunalpolitik hatte sich deutlich für den Erhalt des traditionsreichen Werks am Rande von Mainzlar ausgesprochen. Einstimmig wurde eine entsprechende Resolution verabschiedet. Bürgermeister Gefeller hatte sich außerdem an Ministerpräsident Volker Bouffier und Kanzleramtschef Helge Braun gewandt.

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