Die Treiser und die Hoherodskopfwanderung

  • vonPatrick Dehnhardt
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In der vergangenen Woche berichteten wir auf dieser Seite über die Wanderung von Christian Wimmel mit Freunden und Hund von Treis auf den Hoherodskopf. Damals schrieben wir, dass Navigationsgeräte dafür exakt die Marathondistanz 42,1 Kilometer ausweisen.

Hans-Gerhard Wimmel, der vor über 40 Jahren bei der ersten legendären zwölfstündigen Tour mit dabei war, erinnert sich, dass es weit über 50 Kilometer waren. Denn die Gruppe schlug im Mai 1980 nicht etwa den kürzesten Weg ein. »Ich war damals von der Streckenführung begeistert, ging es doch auch darum, möglichst wenige Höhenmeter zurückzulegen.« Davon gibt es zum Hoherodskopf hinauf schließlich immer noch genug.

Im Bericht vergangene Woche hatte sich allerdings auch ein Fehler eingeschlichen. »Teilnehmer waren damals nicht wie berichtet ›politisch Gleichgesinnte‹, sondern Freunde und Mitglieder des Treiser Vereins der Natur und Vogelfreunde, dessen Wanderwart wir die vorzügliche Routenplanung zu verdanken hatten«, korrigiert Wimmel.

Ansonsten kann er aber die Worte seines Sohnes bestätigen: »Auch heute noch erfüllt mich mit Genugtuung, meine ersten sehr schweren beruflichen Schritte als Referendar mit der Geborgenheit der Treiser Dorfgemeinschaft im Rücken bewältigen zu dürfen. Ja, das Lumdatal ist für mich wie für meinen Sohn meine zweite Heimat geworden, die ich schon nach kurzer Zeit des Aufenthaltes mir nicht mehr vorstellen konnte, verlassen zu wollen.«

Wimmel schreibt auch interessante Zeilen zum Begriff Heimat: »Die Soziologin Cornelia Koppetsch thematisiert in ihrem Buch ›Die Gesellschaft des Zorns‹ den zur Zeit unversöhnlich ausgetragenen ›Machtkonflikt‹ um den Begriff der Heimat. Sie sieht einmal das Lager der eher ›kosmopolitischen Weltbürger‹, die sich standortungebunden oft beruflich bedingt überall zu Hause fühlen. Demgegenüber stehen die Menschen mit einer eher traditions- und ortsgebundenen Lebensauffassung, für deren Gefühlslage auch Sahra Wagenknecht in ihrem Buch ›Die Selbstgerechten‹ um Verständnis wirbt. Zu wünschen wäre, wenn die ›Kosmopoliten‹ nicht von vornherein im Glauben wären, ihre Ausrichtung sei nun einmal die moralisch wertvollere.« Besser lässt’s sich nicht sagen. pad

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