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Drei Windanlagen sollen in Staufenberg errichtet werden. SYMBOLFOTO: DPA

»Bürgerwindpark« in greifbarer Nähe

  • Jonas Wissner
    VonJonas Wissner
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Staufenberg (pm/jwr). Während der für die »Energiewende« notwendige Ausbau der Windenergie in Deutschland stockt (siehe Kasten), ist er im Lumdatal in greifbarer Nähe: Der Bau dreier Windkraftanlagen im Staufenberger Stadtwald wird demnächst beginnen, wie Bürgermeister Peter Gefeller nun in seiner Wochenkolumne mitgeteilt hat. Die Max Bögl Eventus GmbH (MBE) werde als Generalunternehmerin den »Windpark Lumdatal« errichten und im Oktober dafür roden.

Je Windrad müsse ein Hektar freigelegt werden.

Teils lägen die Flächen aber schon brach, weil nach langanhaltender Trockenheit der vergangenen Jahre der Borkenkäfer dort massiv gewütet habe, Fällungen zwangsläufig gewesen seien. Gefeller weiter: »Die extremen Trockenzeiten sind eines von vielen Zeichen des immer deutlicher erkennbar werdenden Klimawandels.«

Wie sieht der weitere Zeitplan aus? Voraussichtlich im November 2021 wird die MBE laut dem Bürgermeister mit den Erdarbeiten für die Herstellung der Kranstellflächen und dem Bodenaushub für die Fundamente beginnen. Parallel dazu sollen Wege für den Antransport der Turmteile und Maschinenkomponenten ausgebaut werden.

Der Bau der Fundamente werde zwischen Dezember 2021 und April 2022 erfolgen, so Gefeller. »Für die Monate Mai bis Juli 2022 ist die Errichtung und Inbetriebnahme der Windenergieanlagen geplant.« Alle Arbeiten würden über den von Hachborn kommenden Wirtschaftsweg durchgeführt, sodass der größte Teil des Staufenberger Waldes während der Bauphase uneingeschränkt nutzbar bleibe, etwa für Radler, Spaziergänger oder Jäger. Aus Sicherheitsgründen werde es während der Bauzeit im nördlichen Waldbereich direkt an den Anlagen aber Nutzungseinschränkungen geben.

Gefeller unterstreicht: »Die Staufenberger Windräder werden echte Bürgerwindräder sein.« Statt großer Energieversorger, Banken oder Versicherungen würden Menschen und Kommunen vor Ort profitieren. Heißt konkret: Über die in Buseck ansässige Sonnenland eG können Bewohner der beteiligten Kommunen Anteile am Windpark erwerben. Es gehe darum, die Wertschöpfung in der Region zu halten und das Bewusstsein zu stärken, »die Energiewende aktiv mitzugestalten«.

Diese sei nicht nur notwendig, um die Umwelt zu schonen, »sie ist auch mittelfristig ein Projekt der Gerechtigkeit: Nur wenn wir Energie einsparen, effiziente Technologien nutzen und erneuerbare Energien ausbauen, bleibt Energie für uns alle auch in Zukunft bezahlbar«, wirbt Gefeller.

Mit dem Bau der Windräder wird nun ein Projekt umgesetzt, das einen mehrjährigen Vorlauf hatte - und im Vergleich zu Vorhaben in anderen Orten erstaunlich geräuschlos über die Bühne zu gehen schien. 2013 hatten die Stadt Staufenberg gemeinsam mit ihren Nachbarkommunen durch Aufstellung eines interkommunalen Flächennutzungsplanes die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Errichtung von Windenergieanlagen im Staufenberger Wald geschaffen.

Nachdem, wie der Bürgermeister in Erinnerung ruft, das Regierungspräsidium im Dezember 2019 den Betrieb von drei Anlagen genehmigt hatte, »erfolgte zur technischen und wirtschaftlichen Optimierung der Erzeugungsanlagen noch eine Änderung des Turbinentyps durch MBE«. Dem Antrag sei im August 2021 mit der Erteilung der Änderungsgenehmigung stattgegeben worden.

Nach der für kommenden Sommer avisierten Fertigstellung werde einer Tochtergesellschaft der Energiegesellschaft Lumdatal den Betrieb übernehmen, »Hauptkraft dort ist die Sonnenland eG«. Eigentümerin der Windparkgrundstücke ist die Stadt Staufenberg, die über die Pachtzahlungen direkt an den Einnahmen teilhaben soll. Gefeller weiter: »Einen Teil dieser Einnahmen werden wir wieder direkt in unsere Wälder investieren. Darüber hinaus werden sämtliche Eingriffe in den Naturhaushalt vollumfänglich auf dem Gebiet der Stadt Staufenberg ausgeglichen.«

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