Nur mit Buche ist noch Geld zu verdienen

  • vonVolker Heller
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Staufenberg(vh). Der Beschluss für 2021 fiel im städtischen Finanzausschuss einstimmig. Mit dem Not leidenden Baumbestand kann Staufenberg aber keine Kasse mehr machen, im Gegenteil, es fehlen am Jahresende fast 22 000 Euro. Das liegt an den derzeitigen Holzpreisen, die man schon gar nicht mehr als Preise bezeichnen kann.

Forstamtsleiter Ralf Jäkel hatte zur Sitzung in der Stadthalle den neuen Förster Jacob Thomaka mitgebracht. Der leitet das Revier Alten-Buseck, es umfasst den Stadtwald Staufenbergs. Jäkel erläuterte, momentan könne bestenfalls mit Buchen-Stammholz noch Geld verdient werden, so lange dieses von der Substanz noch verwertbar sei und der Markt es aufnehme.

Nachdem der Holzverkauf in Hessen zwangsweise umstrukturiert worden sei, stelle Hessen Forst den Wirtschaftsplan auf und stelle das eingeschlagene Holz zur Verfügung, für dessen Verkauf sei nun aber das Holzkontor Lollar zuständig. Wilfried Schmied (CDU) wollte wissen, ob man abgestorbene Fichten noch verkaufen könne. Eigentlich hätten diese Bäume größtenteils stehen bleiben sollen, so Jäkel. Inzwischen habe er Selbstwerberfirmen ausfindig gemacht, die solche Fichten entsorgten. Für den Festmeter Stammholz erhalte die Stadt gerade mal fünf Euro, für das Industrieholz höchstens 50 Cent. Der Festmeterpreis habe früher bei 70 Euro gelegen und sogar nach oben tendiert.

Jäkel informierte, dass mittlerweile hessenweit für jedes Forstrevier Standortprofile erstellt worden seien (Angaben zu Klima, Wetter, Wasser, Höhe, Grundgestein). Nun gelte es, die jeweils geeignetsten Baumarten auszusuchen und miteinander zu kombinieren. Diese Aufgabe übernimmt der neue Förster. Die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt (Göttingen) probiere zusätzlich Neues aus, so ein wasserbindendes Granulat für Neuanpflanzungen. Der Waldaufbau in Staufenberg ist vorläufig mit 40 000 Pflanzen auf fünf Hektar Fläche bei Pflanzkosten von 38 400 Euro plus Arbeitslöhne kalkuliert.

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