+
"Maracatuque" bringt südamerikanische Rhythmen in die Kirche.

Brasilianische Musik trifft Orgel

  • schließen

Staufenberg (vh). Die Treiser Michaelskirche aus dem 13. Jahrhundert hat bestimmt schon vieles erlebt. Man denke nur an die Sternstunden-Gottesdienste, die es seit 20 Jahre gibt. Einmal hing eine Artistin im Chorraum am Seil. Die Orgel aus dem Jahr 1928 hat schon den Umzug auf die Westempore geschafft. Doch Bestandteil einer afro-brasilianischen Rhythmusgruppe zu sein, kommt ihr auch nicht alle Tage unter. Die Königin der klassischen Instrumente, und Hoheiten geben sich ja gerne seriös, war plötzlich außer Rand und Band, von wegen die Contenance bewahren oder Hemmungen haben.

Organistin Daniela Werner hatte die Gießener Percussion-Formation "Maracatuque" eingeladen. Man muss sagen, die Begegnung zweier Instrumentalwelten war von einem intensiven interkulturellen Harmoniegefühl geprägt. Einmal bei der musikalischen Arbeit wurde auch zeitgenössische Musik interpretiert, sodass der berühmte Boléro von Maurice Ravel das Publikum faszinierte. Während auf der Orgel-Empore ein musikalisches Feuerwerk abbrannte, hielt es unten kaum einen auf der Kirchenbank. Wer konnte, reihte sich in den fremdländischen Takt mit ein.

Die Tanzmusik aus verschiedenen Regionen des riesengroßen Landes kam von Vitor Domingo Hausen (Gesang, Gitarre), Brigitte Wagner (Gesang, Querflöte, Percussion), Herbert Elischer (Gesang, Berimbau, Steel Pan, Percussion) sowie Thomas Keil, Oliver Reitz und Jürgen Pfeil (Percussion). Brasilianer ist lediglich Hausen. Alle übrigen seien aber schon in dem Land gewesen, sagte Wagner. Doch die Orgel konnte an dem Abend sogar Musical: Als Zugabe spielten alle die Titelmelodie aus dem "Phantom der Oper".

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare