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Zufahrt und Schilder gibt es schon, die nächsten Schritte sollen bald folgen: die Fläche für "InterKom I" in Heskem-Mölln. FOTO: JWR

"InterKom"

Bislang 36 Interessenten für interkommunales Gewerbegebiet an der Kreisgrenze

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Mit dem Gewerbegebiet "InterKom" betreten Staufenberg, Ebsdorfergrund und Marburg Neuland. Die Rahmenverträge sind unterzeichnet, 2020 könnten die ersten Unternehmen sich ansiedeln.

Die Beteiligten sprechen von einem "Leuchtturmprojekt" und einer "Blaupause", auch für andere Kommunen: Das gemeinsame Gewerbegebiet "InterKom", an dem die Kommunen Staufenberg, Marburg und Ebsdorfergrund beteiligt sind, ist auf den Weg gebracht. Bei einem Pressetermin in Roth informierten am Freitag die Bürgermeister Peter Gefeller (Staufenberg), Dr. Thomas Spies (Oberbürgermeister Marburg) und Andreas Schulz (Ebsdorfergrund) sowie InterKom-Geschäftsführer Norbert Mai über den aktuellen Stand und die weitere Planung.

Mit ihren Unterschriften auf drei entscheidenden Dokumenten (städtebaulicher Vertrag zwischen InterKom und Ebsdorfergrund, öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen den Kommunen und Gesellschaftervertrag) haben die Akteure nun einen zentralen Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Gewerbegebiets gemacht. Dass sich Kommunen bei diesem Thema über Landkreisgrenzen hinweg zusammentun, ist laut den Bürgermeistern hessenweit bislang einmalig. Die Grundzüge: Auf einer Fläche bei Heskem-Mölln (Ebsdorfergrund) wird an der neuen Ortsumgehung ein Gewerbegebiet geschaffen, an dem die drei Kommunen vertraglich beteiligt sind. Als Gesellschafter bringt sich Ebsdorfergrund mit 50 Prozent ein, Marburg und Staufenberg sind mit jeweils 25 Prozent beteiligt. Auch die Gewerbesteuer-Einnahmen sollen, sobald sie fließen, aufgeteilt werden, wobei Ebsdorfergrund als Standortkommune 55 Prozent erhält.

Weitere acht Hektar möglich

Insgesamt sind vier Ausbaustaufen möglich. Zunächst werden InterKom I und II mit einer Fläche von insgesamt acht Hektar entwickelt. Sobald der Bereich zu 60 Prozent vermarktet ist, könnten die Stufen III und IV mit noch einmal acht Hektar angegangen werden. Der Bebauungsplan geht laut Schulz nun in die Offenlage, der formale Satzungsbeschluss ist für den 30. März vorgesehen. Dann sollen Erschließung und Grundstücksverkauf beginnen, sodass sich bis Ende 2020 erste Unternehmen ansiedeln könnten. Das hessische Innenministerium fördert das Projekt mit 75 000 Euro, die Partner hoffen auf einen weiteren Landeszuschuss von bis zu zwei Millionen Euro.

Schulz stellte heraus, dass "99 Prozent der Mandatsträger in den Kommunen" für das Projekt gestimmt hätten. Durch das gemeinsame Gebiet werde der Flächenverbrauch im Zaum gehalten. Auch sei es wichtig, um Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und "dem Pendlerverkehr entgegenzuwirken", sagte Gefeller. Bislang haben 36 Unternehmen Interesse bekundet, wobei Firmen aus den Kommunen, die sich erweitern wollen, mit Priorität behandelt werden sollen. Das Areal ist vor allem für produzierendes Gewerbe gedacht, Einzelhandel und Logistik sollen sich dort nicht niederlassen.

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