Null Grad, Schneeregen. Aber das tut nichts zur Sache. Gestern war Spatenstich; im August 2022 soll die neue Grundschule Staufenberg fertig sein. 	FOTO SO
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Null Grad, Schneeregen. Aber das tut nichts zur Sache. Gestern war Spatenstich; im August 2022 soll die neue Grundschule Staufenberg fertig sein. FOTO SO

Das 15-Millionen-Euro-Projekt

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Staufenberg (so). Im Sommer 2022, mit Beginn des neuen Schuljahres, soll die neue Grundschule für Staufenberg, Mainzlar und Daubringen fertig sein. 14,85 Millionen Euro, so die aktuell gültige Kostenschätzung, investiert der Landkreis Gießen in den Neubau, Der wird die drei kleinen Grundschulen in den Dörfern ersetzen. Am gestrigen Mittwoch war der erste Spatenstich.

Der Kreis saniert nicht nur Schulen, sondern investiert auch in Neubauten, lautet die Botschaft von Landrätin Anita Schneider, Nach dem Neubau der Grundschule in Lich ist dies der zweite Neubau: »Wir wollen zeigen, was wir unter Bildung verstehen«, sagte die Landrätin am Dienstag, Man dürfe nicht nur Klassenräume schaffen, sondern Bildungsräume mit einer Qualität zum Wohlfühlen. Schule müsse von den Menschen, im Besonderen den Schülern (und Lehrern) als Lebensraum wahrgenommen werden.

Insgesamt sollen in diesem Jahr im Kreis 36 Millionen Euro investiert werden, zwei Drittel davon in Schulen; der Neubau der zentralen Grundschule Staufenberg ist eine der Baustellen: Gebaut wird auf einem Grundstück am Ratsweg nördlich der Stadtverwaltung - da, wo bis vor wenigen Jahren ein Rewe-Markt stand. Zusammengeführt werden dort die drei bestehenden Grundschulen in Staufenberg, Daubringen und Mainzlar, da alle drei alten Standorte aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht zukunftsfähig erweitert werden können.

Von den knapp 15 Millionen Euro Gesamtkosten investiert der Landkreis 12,7 Millionen Euro aus der eigenen Kasse.

Vorgeschaltet war ein Architektenwettbewerb, den das Münchner Büro »Hess/Talhof/Kusmierz - Architekten und Stadtplaner« mit seinem Entwurf gewonnen hat. Geplant wird ein polygonaler Baukörer mit drei Fünfecken. Das Schulhaus wird Raum für bis zu 300 Schüler plus Lehrer plus Betreuung bieten. »Der Baukörper interpretiert das ebenfalls polygonale Grundstück«, hatte der Architekt die dem Entwurf zugrundeliegende Idee bereits im Bauausschuss des Kreistags dargelegt. Das Zeltdach greift dieses Gestaltungsmerkmal wieder auf.

Errichtet wird eine Stahlbeton-Konstruktion, der eine Ziegelfassade vorgesetzt wird. Im Inneren wird mit Holz als Gestaltungselement gearbeitet. Die neue Schule wird dreizügig konzipiert. Im Obergeschoss entstehen dafür 13 Klassenräume plus Differenzierungsräume. Das Erdgeschoss beherbergt alle Funktionsflächen: Verwaltung, Lehrerzimmer, Computerraum, Bibliothek, Werkraum, Ganztagsbereich, Musikraum, Küche und Mensa. Auf dem Schuldach wird eine Fotovoltaikanlage installiert. Dort, wo keine PV-Elemente sind, gibt es ein Gründach.

Neueste Standards

Das Gebäude wird hoch gedämmt, um die Werte eines Passivhauses zu erreichen. Jeder Raum soll eine separate Lüftungsanlage erhalten, die Fenster seien dennoch zu öffnen. Geheizt wird mit Fernwärme aus Staufenberg.

Drei sogenannte Lernlandschaften mit zentraler Lage erweitern die Klassenräume im Bedarfsfall. Dieses pädagogische Konzept ist an der Theo-Koch-Schule Grünberg bereits verwirklicht worden und findet großes Interesse weit über die Region hinaus. In Staufenberg soll dies erstmals in eine Grundschule eingeführt werden. Schmahl erläuterte, der Neubau solle vom Raumangebot her Inklusion berücksichtigen.

In Staufenberg werden drei Grundschulen mit ganz unterschiedlichen pädagogischen Konzepten zusammengeführt werden - auch das schlägt sich in der Architektur und der Raumkonzeption nieder. Es gibt Raum für alle Optionen, so Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl.

Die Dezernentin dankte der Stadt Staufenberg für das Bereitstellen des Grundstücks, das eigentlich für Wohnbebauung vorgesehen war. Im Gegenzug erhält die Stadt vom Kreis die drei alten Grundschulen zurück.

Stichwort Grundschullandschaft: Die Grundschule in Treis bleibt auf expliziten Wunsch der Bürger dort uneingeschränkt erhalten.

»Eine bessere Investition als in die Bildung unserer Kinder gibt es nicht«, freut sich auch der Staufenberger Bürgermeister Peter Gefeller. Und verweist auf die nahe gelegene Sporthalle, die mitgenutzt werden soll sowie den Sportplatz,, der ebenfalls noch Ausbau-Reserven hat,

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