Start unter besten Bedingungen

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Laubach(tb). In der Nachbarstadt Lich klappt es seit gut 15 Jahren, dort ist ein Verein Träger eines Waldkindergartens. Dass es auch in Freienseen klappen wird, dafür dürfte die wichtigste Voraussetzung schon mal vorhanden sein: das immense Engagement der Mitglieder und Unterstützer. Erst im Januar gegründet, ist der Verein "Naturkindergarten Seenbachtal" bereits am Ziel, konnte doch am gestrigen Montag Eröffnung "gefeiert" werden.

Die äußeren Bedingungen - Corona lassen wir mal außen vor - hätten besser nicht sein können. Über der Wiese vor dem "Mistwetter-Container" strahlt die Sonne, die Temperaturen sind angenehm - die Matschhose als Standardoutfit in einer Waldgruppe fristet fürs Erste ein Schattendasein. Im alten Pfarrgarten - von der evangelischen Gemeinde und einem Privatmann zur Verfügung gestellt - herrscht nun reges Treiben. Das Areal bietet ideale Bedingungen dafür, dass auch der kreisweit bereits 18. Waldkindergarten das hält, was sich seine Befürworter versprechen: Den Kleinen einen Raum schaffen, in dem sie ihren Bewegungsdrang ausleben, ihrer Fantasie freien Lauf lassen, in und durch die Natur mannigfaltige Sinneserfahrungen machen können.

Geringe Kosten je Kindergartenplatz

Mathis, Levin und Miriam scheint’s zu gefallen, auch wenn sie auf die Fragen des Reporters etwas einsilbig antworten. Ist ja erst Tag eins, wer will sich da schon auf ein Urteil festlegen?

Neben den Dreien zählen 20 weitere Jungs und Mädchen zur Erstbesetzung. Zwei Plätze sind also noch frei, doch gibt es bereits 13 Voranmeldungen für 2021/22, wie Carolin Sauerborn und Matthias Meyer vom Vereinsvorstand berichten.

Das Gros der "Debütanten" stammt aus Freienseen, fünf kommen aus der Kernstadt, je zwei aus Wetterfeld und Gonterskirchen, einer aus Altenhain. Betreut werden sie von drei Fachkräften: Brigitte Jeschkowski, Ulrike Becker und Lion Severin, allesamt mit Berufserfahrung, die als Team die für Ü3-Kinder offene Einrichtung leiten.

Um auf das Engagement des Vereins zurückzukommen: Der Container wurde kürzlich noch um eine Terrasse und eine Gartenhütte erweitert. Nahezu alle Materialien sind Spenden von Unternehmen und Privatpersonen, der Aufbau erfolgte ausschließlich durch freiwillige Helfer - "nicht nur Eltern und Mitglieder", wie die Vorstände unterstrichen. Die zeigten sich dankbar für die - nach kontroversen Diskussionen - doch gewährte finanzielle Unterstützung der Stadt.

Parlament hat das letzte Wort

Zusammen mit den Landesmitteln und Elternbeiträgen für die Nachmittagsbetreuung (sechs Stunden sind in Hessen frei) seien die laufenden Ausgaben gedeckt.

Damit nicht genug: Aufgrund des ehrenamtlichen Einsatzes der Mitglieder, so Sauerborn und Meyer, dürfe die Stadt auch künftig mit günstigen Betriebskosten je Kita-Platz rechnen. Gleiches gelte für die Investitionen, da ein Großteil durch Spenden und Beiträge gedeckt werde.

Der Betrieb ist also angelaufen, was aber noch fehlt, ist der Betriebsführungsvertrag mit der Stadt. Das aber liege an Urlaubszeit, unvorher- gesehenen Ereignissen und umfangreichen Abstimmungsbedarf im Rathaus.

Zur Erinnerung: Am 23. Juni hatte das Stadtparlament den Zuschuss von 36 000 Euro für 2020 bewilligt; analog zur Defizitdeckung bei den anderen, vom "Stift" getragenen Kitas. Den zunächst auf fünf Jahre befristeten Betriebsführungsvertrag soll die Verwaltung bis September erarbeiten, dem Plenum dann zwecks Absegnung vorlegen. In diesem, auch das Teil des Juni-Beschlusses, seien der jährliche Nachweis einer Mindestbelegung, das Mitspracherecht der Stadt bei Gebührengestaltung und Aufnahme auswärtiger Kinder oder der Ausschluss einer Privilegierung bei der Aufnahme in die Freienseener Schule zu regeln.

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