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Faber & Schnepp hat seit 1967 seinen Standort in Lang-Göns. Der Acker im Vordergrund gehört zu dem rund 8000 Quadratmeter großen Grundstück des ehemaligen Heizungsbaubetriebs Buss und Velten. Faber & Schnepp will das Areal für mögliche Erweiterungen nutzen.

Standort langfristig sichern

  • vonConstantin Hoppe
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Faber & Schnepp möchte langfristig am Standort Lang-Göns wachsen. Darum hat das Unternehmen ein an der Holzheimer Straße liegendes Grundstück erworben. Für dieses gibt es bislang aber keinen Bebauungsplan.

Das Bauunternehmen Faber & Schnepp will langfristig am Standort Lang-Göns erweitern. Darum hat es bereits vor ein paar Jahren das auf der gegenüberliegende Seite der Holzheimer Straße liegende Grundstück der Firma Buss und Velten erworben. Jedoch gibt es ein Problem: Bislang existiert für das rund 8000 Quadratmeter große Areal kein Bebauungsplan.

Geschäftsführer Karl-Heinz Redant sagte am Mittwochabend in der gemeinsamen Sitzung des Bauausschusses der Gemeinde und des Lang-Gönser Ortsbeirates, dass man einen Bebauungsplan anstrebe, um Planungssicherheit zu bekommen. Das Unternehmen werde die mit der Aufstellung verbundenen Kosten tragen.

Faber & Schnepp denkt über drei verschiedene Nutzungsmöglichkeiten für das Areal nach. Seit Jahren boome das Geschäft mit Architekturbeton, der zum Beispiel bei Gebäudefassaden Verwendung findet. Die Bauteile würde man gerne in einer Halle lagern, um sie bis zu ihrer Verwendung vor Wind und Wetter zu schützen. »Wird diese auf dem jetzigen Grundstück errichtet, fehlt uns der Lagerplatz«, sagte Redant.

Eine weitere Idee ist es, der Produktion mehr Platz zu geben und die Fertigungshalle auf dem bisherigen Gelände zu erweitern. Ein Ersatz für die dafür benötigten Hof- und Lagerflächen würde dann auf dem ehemaligen Buss- und-Velten-Grundstück geschaffen. Die dritte Idee ist, auf dem Grundstück eine neue Produktionsstraße zu errichten. »Es ist im Moment nichts Konkretes angedacht«, damit verdeutlichte der Geschäftsführer, dass es dem Unternehmen um langfristige Planungen geht.

Weiternutzung des Gewerbeareals

Bürgermeister Marius Reusch sagte, dass das Ziel der Gemeinde sei, Standortsicherung zu betreiben. Daher wolle man Faber & Schnepp Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Dass es bislang für das Areal keinen Bebauungsplan gab, sei »rechtlich ungut«. Die Entwicklung des Buss-und-Velten-Grundstücks solle mit einem städtebaulichem Vertrag vorangetrieben werden, die Gemeinde werde über alle Vorgänge beschließen.

Er erinnerte daran, dass es sich bereits um ein Gewerbegrundstück handele: »Es geht um eine Festschreibung bei Grundstücken, die bereits so genutzt werden.«

Julian Adler (Planungsbüro Fischer) berichtete, dass die Fläche im Regionalplan Mittelhessen vorrangig als Siedlungsfläche im gemeindlichen Nutzungsplan für Gewerbe vorgesehen sei.

Eine Wohnbebauung sei an dieser Stelle aufgrund der nahen Autobahn und der Grenzwerte für die Lärmbelastung eher unrealistisch. Da das Grundstück über die Landesstraße erschlossen wird, seien Gespräche mit Hessen Mobil notwendig.

Thomas Schmidt (SPD) sagte, dass er durch die Erweiterungspläne keine große Lärmbelastung für Lang-Göns erwarte. »Ich wohne seit 30 Jahren da, ich habe die Firma Faber & Schnepp noch nie gehört.« Manfred Dern (CDU) hatte keine Einwände gegen die Bebauung. Zwar werde ein Teil des Areals noch als Ackerland genutzt, es seien aber minderwertige Böden.

Der Ortsbeirat Lang-Göns stimmte den Plänen einstimmig zu, der Bauausschuss ebenfalls bei einer Enthaltung.

Seit 1967 besteht das Betonfertigteilewerk in Lang-Göns. Seitdem werden hier Stahlbetonfertigteile für Industriebaustellen sowie für den Verwaltungs- und Wohnungsbau angefertigt. Im Jahr 2008 zog die Hochbauabteilung aus Gießen an den Standort Lang-Göns um, 2019 wurde das neue Bürogebäude eingeweiht.

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