Lebensretter geheiratet

Hochzeit nach Nierenspende

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Tränen des Glücks fließen in der Alten Kirche in Watzenborn-Steinberg nicht selten. An einem Samstag Ende Juli war es schlicht unmöglich, die Tränen zurückzuhalten. Wir blicken zurück auf ein hochemotionales Ereignis.

Das Jahr 2017 geht seinem Ende entgegen. Auch in diesem Jahr gab es Triumphe, Tragödien, Unglaubliches und Unvergessliches. Der Streifzug blickt auf die Momente zurück, die das Jahr im Gießener Land prägten. Heute: Die Hochzeit eines Mannes und seiner Lebensretterin.

Tränen des Glücks fließen in der Alten Kirche in Watzenborn-Steinberg nicht selten, sie ist ein beliebter Ort für Trauungen. An einem Samstag Ende Juli indes war es schlicht unmöglich, die Tränen zurückzuhalten. Der Pohlheimer Wolfgang Schwarz hat die Frau geheiratet, die ihm vor zwei Jahren eine Niere gespendet und ihm so das Leben gerettet hat.

Manuela Schwarz’ Brautkleid gibt an einer Stelle den Blick auf eine Narbe frei, die an den Juli 2015 erinnert: Sie und Wolfgang Schwarz liegen damals in einem Krankenhaus in Fulda – zur Transplantation ihrer Niere. Wolfgang Schwarz litt unter einer genetisch bedingten Erkrankung, bei der es zur Bildung von Zysten in der Niere kommt. Kennengelernt haben sich Wolfgang und Manuela Schwarz am Amtsgericht Gießen.  

Aus Kollegen werden Eheleute

Er ist Rechtspfleger, sie bildet Justizfachangestellte aus. Aus Kollegen werden Freunde, aus Freundschaft wird Liebe. Die Beziehung ist noch jung, als Manuela vorschlägt, ihm eine Niere zu spenden. Er lehnt das Angebot zuerst ab. Eine Operation unter Vollnarkose birgt Risiken. Manuela überzeugt ihn jedoch. "Die Operation hat uns enger zusammengeschweißt", erklärt sie später. Motorräder röhren, als das Hochzeitspaar die Kirche verlässt.

+++ Hier finden Sie alle bisher erschienenen Teile des Streifzug-Jahresrückblicks +++

Motorradfahren ist ihr Hobby. Lauter als die Motoren hallt in den Ohren aber ein Lied, das während der Trauung erklungen ist: "Du bist das Beste, was mir je passiert ist".

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