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Die Willy-Brandt-Schule in Gießen.

Willy-Brandt-Schule Gießen

CDU fordert schnellen Sanierungsbeginn

Die CDU im Kreis Gießen wirft der SPD-geführten Koalition "Komplettversagen" bei der Sanierungsplanung der Kreisberufsschule vor und denkt über einen Akteneinsichtsausschuss nach.

Gießen (so). "Die Willy-Brandt-Schule beschäftigt uns bereits seit 2013. Im Januar 2014 heißt es mit Blick auf ein Brandschutzgutachten: ›unverzüglicher Handlungsbedarf für den Schulträger‹ und ›höchste Dringlichkeit‹", erinnert sich Claus Spandau. Der CDU-Fraktionsvorsitzende entrüstet sich: "Bis heute ist da kein Handschlag getan! Wirklich ein Wahnsinn, was da so gelaufen ist! Das ist ein Knüller ohne Ende!"

Offene Fragen

Wenn am Dienstag die Sanierung der Kreisberufschule, der Willy-Brandt-Schule in Gießen, im Bau- und Schulausschuss des Kreistags auf der Tagesordnung steht, dann will die CDU offene Fragen geklärt sehen, aber zugleich darauf drängen, dass es endlich vorangeht mit der Sanierung. Und zwar in allen Punkten, die gemacht werden müssen: Neben dem Brandschutz zudem Heizung und Lüftung, aber auch neue Fenster und das undichte Dach. Und zwar ohne einschränkenden Vorbehalt der Finanzierung. Den hat die CDU-Opposition nämlich in der Vorlage des Kreisausschusses gefunden, die in der kommenden Woche zur Beratung und am 13. Mai zur Entscheidung ansteht.

Kosten sind gestiegen

Just das Geld ist das große Thema: Zuletzt war Ende 2016 von 8,4 Millionen Euro Sanierungskosten die Rede – jetzt sind es 5,4 Millionen Euro mehr. Und in Summe 17,6 Millionen Euro, wenn denn die Fenster ausgetauscht und das undichte Flachdach saniert werden. Allein die neuen Fenster sind in einer Größenordnung von 3,3 Millionen Euro veranschlagt. Sie lassen sich zum Teil nicht mehr öffnen, zudem sind die Außenjalousien defekt. Ergo: Unterricht ohne Lüften und im Sommer bei mehr als 30 Grad im Klassenzimmer. Was Martin Hanika, den Baufachmann der CDU, wurmt, dass bei einem Planungsprozess von über fünf Jahren erst spät, im Jahr 2018, festgestellt wird, dass die 38 Jahre alte Heizungsanlage erneuert werden muss. Gleiches gelte für die Lüftung von 1981. Hanika: "Das alles hätte man doch auch vor zwei Jahren schon sehen können und müssen!"

CDU vermisst Lobby für die Schule

Spandau sowie seine Fraktionskollegen Tobias Breidenbach, Frederic Bouffier und Martin Hanika haben sich intensiv mit der Vorgeschichte der anstehenden Schulsanierung befasst und konstatieren ernüchtert: "Die Schule hat keine sonderlich gute Lobby. Traurig, was da abgeht: Es fehlt ein klares Bekenntnis zu dieser Schule!" Bouffier spricht gar von einem "politischen Komplettversagen der Koalition" von SPD, Freien Wählern und Grünen – da könne sich übrigens auch die Landrätin nicht ganz aus der Verantwortung ziehen.

Sanierung ohne Wenn und Aber

Die CDU fordert für den 13. Mai im Kreistag einen Beschluss zur Sanierung, der möglichst keine Fragen offen lässt: Es müsse präzise beschlossen werden, wie die Schule saniert und das Projekt insgesamt finanziert werden soll einschließlich verbindlicher Dach- und Fenstersanierung, ohne Finanzierungsvorbehalt.

Was die Opposition zudem wurmt: Immer neue Planungen und Überlegungen (Spandau: "Ein Hin und Her") haben viel Geld verschlungen. Die Union schätzt die Planungskosten bislang auf eine Million Euro – ohne dass substanziell etwas passiert ist. Und jetzt stünden 1,4 Millionen Euro Planungskosten zusätzlich an. Da denkt man in der CDU bereits laut darüber nach, die Vorgeschichte der Schulsanierung aufzuarbeiten – und zwar in einem Akteneinsichtsausschuss. Frederic Bouffier: "Das ist eine der Möglichkeiten. Wir werden prüfen". (F.: age)

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