+

Sorgen wegen 5G-Sendemast

  • schließen

Wer den Rabenauer Höhenweg erwandert, der darf sich darauf freuen: Oberhalb von Allertshausen lädt ein schattiges Plätzchen zur Rast, mit Tisch und Bank und herrlicher Fernsicht (Foto). Ein paar Schritte entfernt der Hochbehälter, der die rund 800 Allertshäuser versorgt.

Einige von ihnen aber verbinden nun mit dem idyllischen Fleckchen nicht nur positive Gedanken: Eine Bürgerinitiative wendet sich gegen Pläne von Vodafone, hier oben eine neue Sendestation zu errichten. Vor allem die Option einer späteren Aufrüstung auf die neue, fünfte Mobilfunkgeneration (5G) macht den Anwohnern Sorgen.

Rund 70 Unterschriften wurden an die Gemeinde übergeben, rechtzeitig vor Ablauf der Anhörungsfrist am Freitag. Zudem gebe es noch vereinzelte Nachbareinwendungen, hieß es aus den Reihen der BI. Und auch, dass nur eine Handvoll der angesprochenen Bürger für die Basisstation seien, da sie sich einen verbesserten Handyempfang erhofften.

Die BI sieht das anders. Mit Blick auf den erwartbaren 5G-Ausbau machen sie sich das Argument zu eigen, die Gesundheitsgefährdung durch elektromagnetische Strahlung sei hier nicht hinreichend erforscht.

Kritiker verweisen auf geplante Frequenzen von 6 bis 300 Gigahertz - statt der 0,8 bis 2,6 Gigahertz beim aktuellen Netz. "Bei Einhaltung von Grenzwerten unbedenklich", heißt es dagegen aus dem Bundesamt für Strahlenschutz.

Technisch ist besagte Aufrüstung kein Problem, da 5G über den LTE-Standard synchronisiert und ins Netz gebracht wird. Zunächst in Großstädten, soll 5G mit Download-Geschwindigkeiten von bis zu 10 Gigabit/sek Grundlage für eine fortschreitende Digitalisierung sein. Gerade die Wirtschaft setzt aufs "Internet der Dinge", die Vernetzung von intelligenten Geräten und Maschinen.

BI: Letztes Stück Natur bewahren

Geplanter Standort nahe des Hochbehälters, so wieder die BI, liege mit rund 500 Metern zu nah am Baugebiet. Eine Sprecherin räumte freilich ein, das Gesundheitsargument werde wohl kaum ziehen, fehle doch der Beweis einer Gefährdung. Anders sehe es vor Ort aus: Der Bereich am Hochbehälter sei stark frequentiert von Spaziergängern und Wanderern, aber auch an die Tiere gelte es zu denken: "Ein letztes Stück Natur, das zu bewahren ist." Gefordert werden ein Gutachten zur Unbedenklichkeit dieser Anlage und Garantien des Betreibers.

Die Sorgen kennt Rabenaus Bürgermeister Florian Langecker. Doch bittet er um Verständnis, lägen schließlich bislang nur spärliche Informationen vor. Nicht anders Hauptamtsleiter Karl-Ernst Reder: Sendeleistung, Standort, Größe des Mastes, all das sei nicht bekannt. Auch weiß er um den geringen Einfluss einer Kommune.

Auf GAZ-Anfrage verwies Vodafone zunächst auf das frühe Planungsstadium. Die Standortsuche habe erst im April begonnen. Erste Grundstücksofferten aber gebe es bereits, die schaue man sich an. Der Mast, so die Pressestelle des Netzbetreibers, solle zunächst die Mobilfunkstandards GSM und LTE (4G) an Bord haben. Letzteres ermögliche nicht nur "kristallklare Handygespräche" sowie Breitbandinternet für unterwegs. Gerade Betriebe profitierten dank LTE von einer signifikanten Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. "Starke Netzinfrastruktur ist im digitalen Zeitalter der entscheidende Rohstoff für Wachstum, Arbeitsplätze und Wohlstand der Region." Tatsächlich, so das Unternehmen, werde der Mast für eine Erweiterung mit 5G-Antennen konzipiert. Aber: "Die gesetzlichen Regelungen für einen sicheren Mobilfunkbetrieb beruhen auf fundierten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Vodafone wird auch bei der neuen mobilen Mobilfunkstation sicherstellen, dass die Bestimmungen zum Schutz der Bevölkerung jederzeit eingehalten werden. Dies gilt auch für 5G." tb/FOTO: TB

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare