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Vorbereitungen für das neue Eberstädter Maislabyrinth: Mit Kalk werden die künftigen Wege markiert. Das Foto entstand Anfang Mai. Den Traktor steuert Jonas Weisel, der gemeinsam mit seinen Eltern für das Labyrinth verantwortlich zeichnet.

Sommerspaß im Maislabyrinth

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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In diesem Sommer soll es in Eberstadt wieder ein Maislabyrinth geben. Das haben die Veranstalter noch mitten im Lockdown entschieden. Die Eröffnung ist für den 23. Juli geplant.

Irgendwann im März oder im April, noch mitten im Lockdown, musste sich die Familie Weisel entscheiden: Sollen wir es probieren? Nach einigem Überlegen lautete die Antwort: Ja. Und so wird es vom 23. Juli bis zum 3. Oktober in Eberstadt wieder ein Maislabyrinth geben.

Seit Anfang Mai ist die 40 000 Quadratmeter große Fläche eingesät; Wasser, um ordentlich zu wachsen, hat der Mais in diesem Jahr zu Genüge. Aber wie der naturverbundene Freizeitspaß »Am Stock« hoch über Eberstadt im zweiten Jahr der Corona-Pandemie genau ablaufen wird, können die Organisatoren noch nicht sagen. »Wir müssen schauen, was möglich ist«, sagen Edith und Volker Weisel, die das Labyrinth am Lindenhof zum zehnten Male mit tatkräftiger Unterstützung der ganzen Familie auf die Beine stellen. Inzwischen nimmt ihnen Sohn Jonas einen Teil der Verantwortung ab. Beim ersten Labyrinth im Jahr 2003 war er noch ein kleiner Bub. Nun steht er kurz davor, sein Studium abzuschließen und in den landwirtschaftlichen Betrieb einzusteigen.

Die Weisels haben sich für viele Eventualitäten gewappnet und dafür gesorgt, dass ihre Besucher auf Abstand gehen können. Die Wege im Labyrinth sind in diesem Jahr breiter als sonst, das Zelt wird größer sein, für den Kinderspielplatz steht mehr Fläche zur Verfügung, die Zahl der Tische und Bänke wurde verdoppelt. Alles weitere, vor allem die Rahmenbedingungen für das gastronomische Angebot, müssen die Eberstädter auf sich zukommen lassen. »Vieles wird sich wohl erst kurzfristig entscheiden«, vermuten sie.

Von vornherein gestrichen wurde das aus früheren Jahren gewohnte Veranstaltungsprogramm. Kinderzirkus, Weinabend oder Musik: Das alles wird es nicht geben, und auch keine große Eröffnungsveranstaltung. Dafür sei die Lage einfach zu unübersichtlich, sagen die Eheleute, die ansonsten von großer Zustimmung für ihr Vorhaben berichten. »Zweifler gibt es ja immer«, erzählt Edith Weisel. »Aber die meisten freuen sich, dass wir es machen.« Dass Familien eine Gelegenheit haben, sich draußen zu treffen, dass Kinder durchs Labyrinth flitzen und auf dem Abenteuerspielplatz toben können, habe letztlich den Anstoß für den frühzeitigen Entschluss gegeben, das Labyrinth trotz Corona anzulegen. »Das geht ja nicht von heute auf morgen«, sagt Volker Weisel. »Wir brauchen mindestens zwei Monate Vorlauf.«

Die Wege im Labyrinth sind in diesem Jahr als miteinander verbundene Kreise angelegt. Im Zentrum steht, wie gewohnt, ein fünf Meter hoher Aussichtsturm mit grandiosem Fernblick auf Vogelsberg und Taunus, der zudem bei der Orientierung helfen kann. »Kinder haben damit kein Problem«, weiß Edith Weisel. Erwachsene manchmal schon, wie Volker Weisel aus eigener Erfahrung berichten kann. »Die acht Spiralen vor ein paar Jahren waren echt kompliziert«, sagt er und erzählt lachend, wie er darin selbst einmal in Begleitung eines Fernsehteams kurz in die Irre gelaufen ist.

Das Schema mit den Kreisen in diesem Jahr ist übersichtlicher. Glücklicherweise, denn die Spezialisten, die bei der Aussaat mit GPS-Technik helfen wollten, mussten kurzfristig absagen. Volker und Jonas Weisel und ihre Helfer haben das am Computer geplante Muster dann ganz konventionell auf das Feld übertragen, mit Hilfe von Maßband, Stöcken und Kordel. Die späteren Wege durchs Labyrinth wurden mit Kalk markiert und nach der Aussaat mit Egge und einer nachfolgenden Walze abgefahren. »Einer musste mit dem Plan immer vorneweg, damit wir nichts vergessen«, berichtet Volker Weisel.

Flankiert wird das Maislabyrinth in diesem Jahr erstmals von einer Aktion zum Erhalt der Artenvielfalt. Rund um die verschlungenen Pfade wurde auf 3000 Quadratmetern ein Blühstreifen angelegt. Blühpaten, darunter auch ein Kindergarten, haben dafür gespendet. Die Aktion sei mehr oder weniger ein Selbstläufer gewesen, berichtet Edith Weisel. »Die Kinder haben es gepostet, sonst nichts.« Das reichte. 41 Paten haben sich gemeldet und dafür gesorgt, dass das Maislabyrinth nicht nur ein anziehender Ort für Menschen ist, sondern auch für heimische Insekten.

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