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Für die Lumdatalbahn sollen nun neue Maßstäbe gelten. (Archivfoto: pad)

Mögliche Reaktivierung

Signal aus Wiesbaden: Lumdatalbahn wird Pilotmodell

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Diese Nachricht dürfte Anhänger einer Lumdatalbahn-Reaktivierung freuen: Das Verkehrsministerium will ein neues Bewertungsverfahren für kleinere Projekte testen.

Das ist eine gute Nachricht für die Befürworter der Reaktivierung der Lumdatalbahn im Landkreis Gießen: Das hessische Verkehrsministerium hat angekündigt, Nutzen und Kosten in einem neuen Bewertungsverfahren für Schienenerschließungen im ländlichen Raum mit einem Investitionsvolumen von unter 50 Millionen Euro zu berücksichtigen. Dies wäre eine gute Voraussetzung für die finanzielle Förderung der Lumdatalbahn.

Landrätin Anita Schneider (SPD) hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir angeschrieben und nach dem Sachstand für dieses neue Bewertungsverfahren gefragt. Der Hintergrund: Nach der bisherigen Nutzen-Kosten-Untersuchung würde sich eine Reaktivierung der Lumdatalbahn zwar als wirtschaftlich darstellen - eine nur geringe Kostensteigerung würde die Wirtschaftlichkeit des Projekts aber nach den bisher angewandten Standardverfahren infrage stellen.

Lumdatalbahn: Nicht mit Rhein-Main vergleichbar

Eine neue Bewertung, die die besonderen Umstände des ländlichen Raums berücksichtigt, sei daher unbedingt erforderlich, argumentiert die Landrätin. Denn allein in Sachen Fahrgastzahlen sei die Lumdatalbahn nicht mit Vorhaben im ÖPNV der Region Rhein-Main vergleichbar.

Nun gab es seitens des Ministeriums eine aus Sicht des Landkreises positive Rückmeldung. Das Land Hessen möchte ein neues Bewertungsverfahren mit ersten konkreten Fällen evaluieren. Dazu sei das Vorhaben Lumdatalbahn geeignet, so die Einschätzung aus Wiesbaden.

Auch der Zeitplan wäre passend: Nach dem Vorliegen der Kostenberechnung im kommenden Frühjahr wäre laut Rückmeldung des Ministeriums ein guter Zeitpunkt, um das modifizierte Bewertungsverfahren zu starten. "Es ist sehr zu begrüßen, dass das Land Hessen uns unterstützen möchte. Ich bin Staatsminister Al-Wazir ausgesprochen dankbar dafür, dass er die Besonderheit des Vorhabens erkannt hat und Bereitschaft signalisiert, die Lumdatalbahn als eine Art Pilotmodell für das neue Verfahren zu nutzen", sagt Schneider. Damit setze das Land ein wichtiges Signal für Schienenreaktivierungen im ländlichen Raum.

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund hat für die Reaktivierung der Lumdatalbahn die Leistungsphasen I und II vergeben. Zur Leistungsphase I gehört die Grundlagenermittlung für die Reaktivierung, darunter die Standortanalyse und Bedarfsermittlung. Die Leistungsphase II umfasst eine Vorplanung mit Kostenschätzung. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2020 vorliegen.

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