Senioren

  • Jonas Wissner
    vonJonas Wissner
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»Ein guter Mix aus Erfahrung und jugendlichem Elan« - Worte, mit denen auch bei der Kommunalwahl so manche Partei für sich geworben hat. Sinngemäß. Zurecht. Denn Erfahrung wirkt - auch in der Politik. Und kommt an, wie diese Beispiele aufzeigen.

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Er ist der Shooting Star in der Licher Kommunalpolitik: Mit 2507 Stimmen bekam Burkhard Neumann von den BfL bei den Wahlen zum Licher Stadtparlament das fünftbeste persönliche Ergebnis. Nur vier Bewerber von der Grünen-Liste landeten vor ihm. Bei seiner Premiere als Stadtverordneter wird dem BfL-Mann eine besondere Ehre zuteil: Als Angehöriger des Jahrgangs 1948 wird er die Sitzung als Alterspräsident eröffnen. Möglicherweise bleibt es aber bei einem sehr kurzen parlamentarischen Gastspiel: Neumann wird als künftiger Erster Stadtrat gehandelt.

Nach unseren Recherchen dürfte Horst Watz mit 79 Jahren der älteste Stadtverordnete im Kreis sein. Ebenso wie Neumann ist er ein Newcomer: Die FDP hat in Staufenberg aus dem Stand einen Sitz ergattert und Watz im Kreis der Liberalen die meisten Stimmen auf sich vereint. Doch er ist nicht der einzige Gewählte in Staufenberg, der im Laufe der Wahlperiode 80 wird. Dies gilt auch für Rudolf Herzberger (SPD, bisher Stadtrat), Wilfried Schmied (CDU) und Dieter Preis (FW) - alle 77 Jahre alt.

Ein weiteres Beispiel: Dr. Ulf Häbel (78 Jahre), der in Laubach seit zehn Jahren der FW-Fraktion vorsteht und den Posten auch in der neuen Wahlperiode übernehmen wird.

Ebenfalls ein alter Fahrensmann ist Rainer Bodson von der Biebertaler SPD, nur zwei Jahre jünger als Häbel.

In Linden wird am Dienstag Dr. Ulrich Lenz, der heute seinen 76. Geburtstag feiert, die Sitzung des Parlaments eröffnen. Nach 36 Jahren in der Verantwortung als Bürgermeister mache ihm die Arbeit in der CDU-Fraktion weiter Freude. Seiner 51 Jahre jüngeren Fraktionskollegin Julia Mergenthaler gibt er auf den Weg: »Mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben und auch kritische Anmerkungen aus der eigenen Generation einbringen.«

»75er« gibt es schon mehr: Prof. Hans Richard Wegener (SPD) etwa, den Wettenberger Bodenkundler. Und Reinhard Ewert aus Grünberg. Seit 1985 ist der ehemalige Lehrer sozusagen das Gesicht von Grünbergs Grünen, wird von allen Fraktionen als eloquenter und integrer Kollege gewürdigt. 36 Jahre ununterbrochenes kommunalpolitisches Engagement - wenn die Bezeichnung Elder Statesman für einen oberhessischen Politiker passend sein sollte, dann gewiss für ihn.

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