"Sehnsucht nach dem Mittelmeer"

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Gießen(pm). Grenzen, Reisen, Migration und Rassismuskritik: Damit beschäftigt sich der Vortrag der Politologin und Pädagogin Laura Digoh-Ersoy am Donnerstag, 16. Januar, um 19 Uhr im Oberhessischen Museum. Unter dem Titel "Sehnsucht nach dem Mittelmeer" zeigt sie, wie Grenzen für die einen kaum noch sicht- und spürbar sind, während sie für die anderen schier unüberwindbar werden.

Die Veranstaltung wird organisiert von der Jugendförderung des Landkreises Gießen, dem Oberhessischen Museum und der Bildungsgruppe des Weltladens. Sie ist Teil des Begleitprogramms zur Ausstellung "Wieso? Weshalb? Warum? Fragen an die Ethnographische Sammlung". Der Eintritt ist frei.

Digoh-Ersoy sieht Reise- und Bewegungsfreiheit als Privilegien, die entlang von Klassen-, aber auch von rassistischen Trennlinien verlaufen. Der Vortrag wirft Schlaglichter auf gegenwärtige Formen sowohl des Reisens als auch der Migration. Mit postkolonial-kritischem Blick zeigt er historische Kontinuitäten von Entdeckungs-, Abenteuer- und Forschungsreisen auf. "Ins Zentrum rückt dabei, was meist unausgesprochen bleibt: Weißsein und seine Funktion in einer scheinbar schrumpfenden Welt", sagt Digoh-Ersoy.

Laura Digoh-Ersoy ist Politologin und Diplom-Pädagogin. Als Mitglied bei KARFI, dem Schwarzen Kollektiv für Empowerment und rassismuskritische Bildung, bietet sie bundesweit Workshops und Vorträge an. Schwerpunkte von KARFI sind Rassismus und postkoloniale Kritik, kritisches Weißsein und "Empowerment für People of Color". Die Organisation berät und begleitet außerdem Institutionen und Teams auf dem Weg zu inklusiven und diskriminierungskritischen Strukturen.

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