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Der Seelsorger und sein Appell in der Corona-Krise

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Die Corona-Krise bestimmt auch diese Notizenseite - ausnahmslos. Den Platz hier unten geben wir dem rührigen Pfarrer im Ruhestand, Hartmut Miethe aus Grünberg. Als Vorsitzender des dortigen Seniorenbeirates hat er sich an die Senioren in der Stadt gewandt und ihnen zusammen mit dem Beirat "stärkende Wünsche für die Zeit der Corona-Krise" übersandt.

Er freue sich darüber, dass in der Stadt spontan die Aktionsgemeinschaft "Grünberg hilft" entstanden ist - wie an vielen anderen Orten im Landkreis auch. "Wenden Sie sich in schwierigen Situationen an das Rathaus und die Pfarrämter. Niemand wird im Stich gelassen. Das ist ein wichtiges Zeichen der Solidarität in einer Zeit, in der wir aufgefordert werden, auf Abstand zu gehen", schreibt Miethe. Und er zitiert einen Satz aus dem "Zeit"-Magazin: "Nie war es so wichtig, gemeinsam allein zu sein, um auf alle aufzupassen."

Es sei "eine schwierige Kunst, gemeinsam alleine zu sein". Miethe berichtet dann von seiner persönlichen Betroffenheit: "Meine Gedanken gehen zum Beispiel zu meinen Enkelkindern in den Taunus, die ich jetzt nicht besuchen darf. Ich darf es nicht, um sie und mich zu beschützen. Als Senior gehöre ich plötzlich zu einer Risikogruppe, obwohl ich mich gesund und munter fühle. Das muss ich erst einmal verstehen und annehmen. Herz und Verstand gilt es in der neuen Lage beieinander zu halten. Wir haben viele Möglichkeiten, um miteinander in Kontakt zu bleiben und sollten diese auch nutzen, damit aus dem Alleinsein nicht Einsamkeit wird. Telefon und Computer stehen vielen zur Verfügung."

Vor ein paar Tagen musste auch der Pfarrer i.R. in seinem Kalender etliche Termine streichen, auf die er sich gefreut hatte. "Wenn wir aufeinander aufpassen, dann werden wir uns wiedersehen und mit neuem Schwung unser Miteinander aufnehmen."

Miethe ist dankbar, dass in dieser ernsten Situation so vieles vonseiten der Politik, der Kirche, Sozialverbände und anderer Institutionen getan wird, um die Lage für stabil zu halten. Dankbar ist er für Nachbarschaftshilfe und persönlicher Zuwendung, der Dank geht zudem an jene, die in der Pflege und in den medizinischen Diensten Großartiges zu Wege bringen. - Dem ist nichts hinzuzufügen. bf

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