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Lutz Herbel und Carlotta pflanzen den ersten Baum im Hüttenberger Bürgerwald.

Sechs Baumarten ausgewählt

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Hüttenberg (pm). Im Hüttenberger Wald bewegt sich etwas. Es wimmelt dort von kleinen und großen Helferinnen und Helfern in grünen Wühlmäuse-Pullovern. Fast die gesamte Waldkita aus Volpertshausen-Weidenhausen ist mit Schaufeln und Hacken zum Waldtagparcours gewandert. Dort wollen sie die ersten sein, die den Wald der Zukunft pflanzen. Und mittendrin unübersehbar in Orange und Forstgrün:

Revierförster Lutz Herbel, der die kleinen Eichensetzlinge für die Kinder mitgebracht hat.

»Bürgerwald Hüttenberg« heißt das Projekt, das in Zusammenarbeit von Gemeinde und Forstamt Wetzlar entsteht. 15 000 Pflanzen sind notwendig, um allein die zwei Hektar große Fläche am Waldtagparcours, der »Alten Bahn« in Richtung Vollnkirchen, aufzuforsten. Dabei können alle Bürger helfen.

Bäume verschenken

Herbel zeigt Carlotta vom Waldkindergarten Wühlmäuse, wie der kleine Eichensetzling richtig in die Erde gebracht wird. »Das ist gar nicht so einfach«, stellen die Vorschulkinder Helene und Carlotta fest. Denn der Waldboden ist selbst jetzt im Frühjahr trocken und hart, außerdem wachsen Gräser, mittendrin findet sich immer wieder Restholz. Kita-Leiter Alexander Crombach hilft seinen »Waldkindern« beim richtigen Ansetzen der Werkzeuge und Herbel erklärt, warum der Waldboden nicht vorbereitet wurde: »Wir lassen nach der Räumung der Fläche von Schadholz extra einiges liegen, damit der Boden nicht austrocknet. Das sieht vielleicht erstmal nicht schön aus, aber hilft den kleinen Pflänzchen beim Anwachsen und erleichtert auch die Pflege. Ein Wald ist kein Garten, da darf es nach Natur aussehen.«

»Seit unser Hüttenberger Waldtag 2018 nach dem Jahrhundertsommer mit monatelanger Trockenheit abgesagt werden musste, war jedem klar, dass dies langfristig nicht ohne Auswirkungen bleiben würde«, erzählt Herbel. »Wer regelmäßig in der Natur unterwegs ist, konnte es dann nicht übersehen: Große Teile der Fichtenbestände im Hüttenberger Wald sind in den letzten drei Jahren Windwurf, Trockenheit und Käferbefall zum Opfer gefallen. Diese Bestände stammten überwiegend aus Nachkriegsaufforstungen.«

Täglich begegnet er Spaziergängern und Holzkäufern und viele fragten ihn, ob und wie sie helfen könnten. So habe sich die Idee eines Bürgerwalds entwickelt. Ein Baum kostet inklusive Pflanzung nur drei Euro. Familien, Vereine oder auch Firmen können beim Gemeinschaftsprojekt mitwirken. »Unser Wald verbindet«, freut sich Bürgermeister Christof Heller.

In Hüttenberg liegt der Schwerpunkt zukünftig noch mehr auf der Eiche mit einem ausgewogenen Mix aus weiteren Laubbaumarten. Ausgesucht wurden sechs Baumarten, die für die sechs Ortsteile der Gemeinde Hüttenberg stehen: Eiche, Buche, Linde, Douglasie, Wildkirsche und Tanne.

Die Umsetzung soll in den Jahren 2022 und 2023 erfolgen. Da ausreichend Pflanzen bei den Baumschulen bestellt werden müssen, beginnt die Aktion bereits jetzt. Wer mitmachen möchte, kann auf der Internetseite der Gemeinde www.huettenberg.de die gewünschte Anzahl an Bäumen auswählen. Es ist auch möglich, Bäume zu verschenken. Zusätzlich kann eine kleine Holzplakette mit einer Prägung »Hüttenberger Wald« als Geschenkanhänger bestellt werden. Wer möchte, kann die Aktion auch durch eine Spende unterstützen.

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