Um Entscheidungen rund um eine Reanimation ging es beim Symposium. FOTO: DPA
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Um Entscheidungen rund um eine Reanimation ging es beim Symposium. FOTO: DPA

Schwerpunkt Reanimation

  • vonred Redaktion
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Gießen/Marburg(pm). Das 19. Mittelhessische Rettungsdienst-Symposium der Landkreise Gießen und Marburg wurde jetzt im Uniklinikum Marburg angeboten. Die zweitägige, überregionale Fortbildungsveranstaltung griff in Workshops und Vorträgen aktuelle notfallmedizinische Themen in Theorie und Praxis auf und stieß auf überaus große Resonanz bei Einsatzdienst-Mitarbeitern und Notfallmedizinern.

Der Schwerpunkt lag auf der "Königsdisziplin" der Notfallmedizin, der Reanimation - ein Thema, das intensiv diskutiert wurde. Es gab weitere Workshops zu Themen wie Kinder-Reanimation, Simulationstrainings zu Telemedizin und Angebote zur Unfallchirurgie im Rettungsdienst und zur Stillung von Blutungen.

Wie fordernd das Management von Reanimationen für Einsatzteams sein kann, zeigten Experten auf. Insbesondere die Frage, wann eine Reanimation beendet werden muss, stellt Notfallsanitäter und Notärzte vor schwierige Entscheidungen, die unter Zeitdruck und unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Einflussfaktoren getroffen werden müssen. Die Referenten beleuchteten dies aus medizinischer, rechtlicher sowie ethischer Sicht.

Auch aus rechtlicher und ethischer Sicht sei das Durchführen und der Abbruch einer Reanimation nicht einfach zu entscheiden, denn es sei jeweils der Patientenwille maßgebend - allerdings ist dieser in einer Notfallsituation meist nicht zu ermitteln.

Aus rechtlicher Sicht gibt es eine Vielzahl von Prüfkriterien, allen voran die Frage, ob eine Patientenverfügung vorliegt und ob sie eindeutige Formulierungen bezüglich Reanimation enthält. Ist eine Sachverhaltsprüfung nicht möglich, gilt der mutmaßliche Wille als fachlicher Standard - das bedeutet, der Notarzt muss aus medizinisch-fachlicher Sicht selbst entscheiden und hat damit eine enorme Verantwortung.

Zeitfaktor häufig ausschlaggebend

Auch andere Aspekte der Versorgung im Notfall kamen im Symposium zur Sprache, denn in kritischen Situationen ist der Zeitfaktor häufig eine ausschlaggebende Größe für den Behandlungserfolg. Gerade im ländlichen Raum mit langen Transportwegen werfe dies die Frage nach neuen Konzepten auf, damit mehr lebenserhaltende Interventionen als bisher auch präklinisch möglich werden.

Als ein Beispiel wurde hier das Heidelberger Medical Intervention Car (MIC) vorgestellt, welches im Rahmen eines Forschungsprojektes unterwegs ist. Es wird von hochqualifizierten Ärzten besetzt und ist für die Unterstützung des vor Ort befindlichen Rettungsteams gedacht. Selbst Notoperationen können mit dem Equipment dieses Fahrzeug am Einsatzort stattfinden.

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