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Klassische Doppelnutzung: Die kreiseigene Schulsporthalle an der Gesamtschule Gleiberger Land wird u. a. von den Vereinssportlern der HSG Wettenberg bespielt. (Archiv-Foto: hf)

Schulsportstätten im Fokus

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Wo gibt es eine Halle? Wo bedarf es einer Leichtathletik-Anlage? Wie ist es um den Sportplatz bestellt? Eine Bestandsaufnahme liegt vor - ein Entwicklungskonzept nicht. Der Kreis will das jetzt für seine Hallen und Plätze erarbeiten lassen.

Manchmal muss man Leute zum Jagen tragen", fand Wolfgang Greilich am Montag im Gießener Kreistag deutliche Worte. Der FDP-Mann blickte dabei auf die Koalitionäre von SPD, Grünen und Freien Wählern. Die haben nämlich zur Frage der Sportstätten-Entwicklung im Kreis Gießen einen eigenen Antrag vorgelegt, um damit die FDP-Initiative zu ersetzen. Dabei liegen die beiden Ansätze inhaltlich gar nicht so weit auseinander. Der deutlichste Unterschied ist vielleicht, dass die FDP unverändert eine Sportstätten-Entwicklungplanung im Kreis fordert, an der Landkreis, Städte und Gemeinden sowie Sportkreis Gießen und die so vertretenen Vereine gemeinsam arbeiten. So wie es 2016 vom Kreistag gefordert war.

Die Koalition hebt derweil auf die Planung für Schulsportstätten ab. Mehr sei nicht machbar, unterstrich Schul- und Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) mehrfach. Die von ihr mitverantwortete Arbeit der Verwaltung an diesem Thema in den vergangenen Jahr en ist seit der Veröffentlichung der bislang erarbeiteten Ergebnisse im Juni in der Kritik. Vor allem vonseiten der FDP-Opposition, aber auch der große Koalitionspartner SPD ist nicht zufrieden mit dem bislang Erreichten. Deshalb nun auch der eigene Antrag der Koalition.

Der Liberale Greilich zeigte sich "froh, dass wenigstens eine Bestandsaufnahme da ist". Darüber hinaus sei der Arbeitsauftrag des Kreistags von 2016 nicht abgearbeitet worden, wiederholte er seine Kritik. Und plädierte vergeblich dafür, die Initiativen der Koalition und der FDP zu einem Paket zusammenzuführen.

Das mochte die Erste Kreisbeigeordnete Schmahl nicht unwidersprochen stehen lassen: Immerhin liegen ein komplettes Kataster aller Sportstätten im Kreis sowie eine Bestandsaufnahme zum Zustand der kreiseigenen Sporthallen vor. Zudem das Konzept, das im Sommer auf den Tisch kam und das als zu dünn gescholten wird. Alle Kreiskommunen seien mehrfach aufgefordert gewesen, hier mitzuarbeiten - doch bis auf Buseck hätten alle abgesagt. So habe ein wichtiger Akteur, die kommunale Seite gefehlt. "Unter diesen Bedingungen ist ein Gesamtkonzept nicht entwickelbar", warb Schmahl um Verständnis. "Ein Entwicklungsplan für den gesamten Landkreis funktioniert ohne die Kommunen nicht! Und ich kann sie nicht zwingen." In diesem Punkt sprang Martin Hanika (CDU) der Derzernentin zur Seite: Es sei von Anbeginn an nur um Schulsportstätten gegangen, alles andere sei allein Sache der Kommunen und des Sportkreises. Das sei auch eine Frage der Eigenverantwortlichkeit der Kommunen, die sich nicht reinreden lassen wollten.

"Nein", widerspricht da der Busecker Bürgermeister Dirk Haas (SPD). "Es war nicht nur der Schulsport, den wir uns vorgenommen hatten. Wir haben sehr intensiv darüber gesprochen. Und wir hätten uns mehr erwartet als das, was uns hier und heute vorliegt." Letztlich setzte sich die Koalition, auch mit Unterstützung der CDU, durch.

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