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Schulen und nochmals Schulen

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Über Wochen ruhte der öffentliche Politikbetrieb im Kreis. Am gestrigen Donnerstag hat der Haupt- und Finanzausschuss aber wieder getagt und etliche Entscheidungen getroffen. Vor allem zu anstehenden Schulbauvorhaben.

Eigentlich hätte der Gießener Kreistag am kommenden Montag seine reguläre Sitzung absolvieren sollen. Doch wie in etlichen Städten und Gemeinden tagte stattdessen gestern der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Funktion als Notausschuss, um so die parlamentarische Arbeit fortzuführen. Schulen, Schulen und nochmals Schulen rief Vorsitzender Peter Pilger (SPD) auf. Denn da sind eine ganze Reihe von Projekten jetzt auf den Weg zu bringen, um die Arbeiten vergeben zu können, um Zuschüsse nicht zu gefährden und vor allem, um Raum für Unterricht und Betreuung bereitstellen zu können.

Dicker Brocken Allendorf/Lumda

Einer der dicksten Brocken ist die geplante Sanierung der Gesamtschule Allendorf/Lumda, heute eine Außenstelle der Lollarer Clemens-Brentano-Europaschule. Dafür sind drei Abschnitte geplant. Da stehen jetzt in einem ersten Schritt die Arbeiten an - vor allem Dächer und Heizung. Der Bau- und Schulausschuss hat sich schon lange damit befasst, zuletzt im März. Auf den Weg gebracht werden sollen jetzt auch Arbeiten an den Fassaden und den Blitzschutzanlagen.

In Hungen kauft der Landkreis von der Stadt rund 1470 Quadratmeter Land an der Mittelpunktschule, um ebendort Holzpavillons aufzustellen. Es fehlen Betreuungs-, Fach- und Differenzierungsräume. Um abzuhelfen, wird an der Schule voraussichtlich noch in diesem Jahr eine andernorts nicht mehr benötigte Flüchtlingsunterkunft aufgestellt und umgebaut.

Der von der Stadt Hungen aufgerufene Kaufpreis liegt bei 20 Euro/Quadratmeter - was bei der FDP auf Kritik stößt. Schließlich ist es unbeplante Grünfläche, die eigentlich laut Gutachten mit 1,25 bis 1,40 Euro/Quadratmeter bewertet wird. Hungen ruft jedoch einen deutlich höheren Preis auf, mit Verweis auf die Umgebungsbebauung und Bauerwartungsland. Um da den Erweiterungsbau schaffen zu können, stimmte die Mehrheit zu, Gegenstimme nur von der FDP.

Auch in Langsdorf bedarf die Grundschule der Erweiterung. Denn die Schülerzahl steigt kontinuierlich. Die Schule ist stabil zweizügig, aber nur für eine 1,5-Zügigkeit ausgelegt. Dort kauft der Landkreis rund 1740 Quadratmeter für rund 43 500 Euro, um auf der Fläche Betreuungs-, Fach- und Differenzierungsräume zu schaffen.

Verkauft werden vom Kreis derweil rund 200 Quadratmeter an der Wiesengrundschule in Leihgestern. Die Stadt Linden übernimmt die Fläche, die als Gehweg dient.

Ein Grundstücksgeschäft von größerer Tragweite ist der seit Längerem vorbereitete Erwerb von 4850 Quadratmetern in Annerod. Dort soll die Grundschule ebenfalls erweitert werden. Aufgrund der steigenden Schülerzahl ist ein zusätzlicher Schulbau nötig, und auch der Schulhof muss neu gestaltet werden. Allerdings erwirbt der Landkreis die nötigen zwei Grundstücke nicht gegen Bares in der Größenordnung von 268 000 Euro, sondern trägt stattdessen im Gegenzug für den teuren Abriss eines Hochbehälters auf einer der Flächen Sorge und schafft darüber hinaus Parkplätze, von denen die Nutzer des Anneröder Sportplatzes profitieren werden.

Mensa-Anbau an der Gallusschule

An der Gallusschule in Grünberg, einer Förderschule, soll jetzt für rund 700 000 Euro die Mensa erweitert werden. Die Kapazitäten des vor rund zehn Jahren errichteten Baus reichen bei Weiterem nicht mehr aus. Geschaffen werden hier rund 150 zusätzliche Quadratmeter Fläche: Das verdoppelt die Grundfläche der vorhandenen Mensa in etwa. Es entstehen ein Gruppenraum, eine kleine Bibliothek, ein Büro, ein Besprechungszimmer und ein Lehrerarbeitsplatz. Der Finanzausschuss hat die Projektgenehmigung erteilt.

Ebenfalls freigegeben sind rund 322 000 Euro für die Außenanlage an der neuen Sporthalle, die der Kreis an der Anne-Frank-Schule in Großen-Linden gebaut hat. Da muss das Grün wieder hergerichtet werden. Im gleichen Zug werden neue Fahrradstellplätze angelegt; zudem erhalten die Vereinssportler, die die Halle ebenfalls des Nachmittags und Abends mitnutzen, einen anderen Zugang zur Halle. Auch das soll noch in diesem Sommer umgesetzt werden

Erneuert werden soll schließlich noch in diesem Jahr das undichte Flachdach der Regenbogenschule in Holzheim. Dort regnet es immer wieder in den Verwaltungstrakt der 1968 gebauten Grundschule rein. Die Arbeiten sind mit knapp 490 000 Euro veranschlagt und sind für den Herbst dieses Jahres vorgesehen.

Ob an der Gesamtschule Allendorf, der Grundschule in Annerod oder der Schulsporthalle an der Lindener Gesamtschule - der Kreis investiert kräftig weiter. FOTOS: ARCHIV

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