Ein Busunternehmer aus dem Landkreis Gießen soll mehrfach auf Linien- und Schulbusse von Mitbewerbern geschossen haben. (Symbolfoto).
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Ein Busunternehmer aus dem Landkreis Gießen soll mehrfach auf Linien- und Schulbusse von Mitbewerbern geschossen haben. (Symbolfoto).

Versuchte gefährliche Körperverletzung

Gießen/Wetzlar: Busunternehmer soll auf Linienbusse der Konkurrenz geschossen haben

  • Rüdiger Soßdorf
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Ein Busunternehmer aus dem Landkreis Gießen soll mehrfach auf Linien- und Schulbusse von Mitbewerbern geschossen haben. Der 44-Jährige wird in neun Fällen angeklagt.

Gießen/Wetzlar - Wegen Schüssen auf Busse von Mitbewerbern wird sich ein Busunternehmer aus dem Landkreis Gießen vor Gericht verantworten müssen. Dem 44-Jährigen wird vorgeworfen, mehrfach auf fahrende Linienbusse respektive Schulbusse geschossen zu haben - teils aus seinem Auto heraus.

Angeklagt werden insgesamt neun Fälle, bestätigt Christopher Roth, Sprecher der Staatsanwaltschaft Wetzlar, auf Anfrage dieser Zeitung. Konkret geht es um versuchte gefährliche Körperverletzung, gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr und Sachbeschädigung.

Wann das Verfahren eröffnet und gegen den Mann vor einem Schöffengericht am Amtsgericht Wetzlar verhandelt wird, das ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch offen. Ein Termin steht noch nicht fest, sagte Amtsgerichtsdirektor Achim Lauber-Nöll.

Schüsse auf Linienbusse bald vor Gericht: Busunternehmer aus dem Kreis Gießen angeklagt

Rückblick: Der heute 44 Jahre alte Mann, Busunternehmer aus dem Landkreis Gießen, geriet in den Fokus der Ermittlungen, nachdem Ende Januar 2020 zwei Linienbusse in den Gemeinden Hohenahr und Bischoffen im Lahn-Dill-Kreis beschossen worden waren. In einem der Fahrzeuge saßen Schulkinder, der andere Bus hatte eine Leerfahrt. In beiden Fällen wurden gottlob nur die Scheiben beschädigt, die Kugeln drangen nicht in den Fahrgastraum ein.

Der Mann kam in Untersuchungshaft, weil die Busfahrer konkrete Hinweise auf sein Fahrzeug geben konnten. Er wurde aber wenige Tage später gegen Zahlung einer Kaution von 100 000 Euro wieder freigelassen. Bei der Durchsuchung von Wohnung und Arbeitsplatz des Tatverdächtigen durch die Kriminalpolizei wurden unter anderem das mutmaßliche Tatfahrzeug und Schusswaffen sichergestellt. Die besitzt der Busunternehmer jedoch ganz legal, denn er geht auf die Jagd.

Nach erster Einschätzung der Ermittlungsbehörden liegt das Motiv in einer geschäftlichen Konkurrenzsituation. Das erklärte jedenfalls ein Polizeisprecher vor Jahresfrist

Vier Monate später hatten Polizei und Staatsanwaltschaft die Ermittlungen sogar ausgeweitet. Von Mai an wurden insgesamt zehn Vorfälle untersucht, die acht weiteren datierten aus dem Jahr 2019. (so)

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