»Schüler aus den Augen verloren«

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Buseck (pm). Was die Situation von Kindern und Jugendlichen in der Pandemie angeht, schlagen Therapeuten und Ärzte schon länger Alarm. Jüngst hatten Schulleiter im Kreis öffentlich ihre Besorgnis geäußert, insbesondere mit Blick auf jene Jahrgänge, die seit Mitte Dezember in keinem Klassenraum mehr gesessen haben. Nun melden sich die Elternbeiräte der Integrierten Gesamtschule (IGS) Busecker Tal zu Wort.

In einem offenen Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier, Kultusminister Alexander Lorz und Sozialminister Kai Klose werfen sie der Landespolitik vor, die Bedürfnisse der Schüler aus den Augen verloren zu haben.

»Wir Eltern von Kindern der Gesamtschule Buseckertal wenden uns mit diesem offenen Brief an Sie, um unseren Sorgen, Nöte und Wünsche bezüglich der aktuellen Lage in der Corona-Pandemie Ausdruck zu verleihen«, heißt es in dem Schreiben. Ziel ist es, die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen, da die Politik aus ihrer Sicht »die Bedürfnisse der jungen Generation aus dem Blick verloren« habe.

Positiv wird die Entscheidung bewertet, alle Jahrgänge wieder zurück an die Schulen zu holen, sofern die Inzidenzwerte in den einzelnen Kreisen dies zulassen. Aus Sicht der Eltern eine »längst überfällige Zielsetzung«, die nun »endlich eine Perspektive« biete. Denn: »Schule ist so viel mehr als nur das tägliche Vermitteln von Lernstoff. Den Kindern und Jugendlichen fehlen die Kontakte zu ihren Freunden, der geregelte Tagesablauf, die Reibungspunkte, der Austausch und die Beziehungen mit den Lehrkräften, schlicht ein anderes Erfahrungsfeld als nur das ihrer Familie.«

Aus Sicht der Eltern betreffe die Frustration, Demotivation und Gleichgültigkeit in Bezug auf das tägliche Homeschooling nicht mehr nur Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen. »Inzwischen sind wir alle davon betroffen«, heißt es in dem Brief.

Und das wirft Fragen auf: Wie ist das Versäumte aufzuholen, ohne die Schüler zu überfordern? Wer unterstützt Eltern, Kinder, Lehrer und Schule dabei? Und wie? Diesbezüglich wünschen sich die Verfasser des Briefes, dass die Politik die betroffenen Akteure bei Überlegungen und Planungen einbezieht.

Man habe großes Verständnis für die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie und trage sie mit. Damit verbunden sei allerdings die Forderung nach Solidarität und Verständnis der Gesellschaft für die Belange der Kinder und Jugendlichen. Und dazu gehöre auch das Recht auf Bildung für alle umzusetzen.

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