Schrott-Kleider im Angebot

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Gießen(pm). Onlineshops für Kleidung sind zahlreich. Inzwischen drängen sich auch viele dubiose ausländische Anbieter auf den deutschen Markt. Eine Bestellung führt oft zu einer ärgerlichen bis teuren Auseinandersetzung. So wie bei Martina V.

Sie stieß durch Werbung auf einen Online-Shop für Kleidung. Die farbenfrohen Pullover und Röcke waren professionell in Szene gesetzt und teilweise deutlich reduziert. Kurzerhand bestellte sie mehrere Teile. Als sie einige völlig unpassende Sachen zurückgeben wollte, wurde es kompliziert.

Zunächst speiste sie der Shop mit automatischen Antworten ab, dann verlangte er die Rücksendung nach China. Auf Kosten von Frau V. Das geht ins Geld. Sie war enttäuscht. Die unbrauchbaren Kleider reisten einmal um die Welt, damit die Hessin sie dann entsorgen konnte. Es war eine teure, umweltschädliche Bestellung.

"Leider behauptet der Shop in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, es gelten englisches Recht und das Recht von Hongkong", erklärt Susanne Pertermann, Leitende Beraterin der Beratungsstelle Gießen der Verbraucherzentrale Hessen. "Gegenüber einer solchen Firma auf zwingende Verbraucherrechte - etwa den Widerruf - zu bestehen, ist ziemlich schwer."

Gegen mangelhafte Ware sind Verbraucher gut geschützt, wenn sich die Anbieter an das deutsche Recht halten. "Vor allem wenn der Anbieter seinen Sitz außerhalb der EU hat, ist das für meine Verbraucherrechte ein Risiko. Keinesfalls sollten Sie bei Shops bestellen, die nicht einmal ein Impressum haben. Auch schlecht übersetzte AGB sind ein absolutes Warnzeichen", so Kai-Oliver Kruske, Referent bei der Verbraucherzentrale Hessen.

Neben Impressum und AGB gibt es weitere Anzeichen, auf die Verbraucher achten können: Möglicherweise enthalten unabhängige Websites Bewertungen zu einem Shop. Dann wird vielleicht deutlich, ob sich bestimmte Probleme häufen. Bewertungen auf der Seite des Anbieters sind dagegen kaum einen Blick wert. Sie können besonders leicht manipuliert werden.

Viele Siegel werden inzwischen missbräuchlich verwendet. Verbraucher haben eine Möglichkeit, das zu prüfen: Wenn ein Händler Siegel auf seiner Seite anzeigt, sollten diese bei einem Klick darauf zu der Website weiterleiten, die das Siegel vergibt. Hier kann man sich dann auch über die Bedingungen für die Siegelvergabe informieren.

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