Schneider: "Sozialer Wohnungsbau ist auf gutem Kurs"

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Gießen(pm). Drei Jahre nach ihrer Gründung ist die SWS (Sozialer Wohnungsbau und Strukturförderung im Landkreis Gießen GmbH) mit dem Schaffen von bezahlbarem Wohnraum weiter auf Erfolgskurs: Die vom Landkreis und 15 Kreiskommunen getragene Gesellschaft hat bisher 154 Wohnungen nach der Richtlinie für sozialen Mietwohnungsbau gefördert oder sieht eine Förderung noch vor. Weitere 93 Wohneinheiten sind in Planung. "Ausreichend bezahlbarer Wohnraum ist nötig, um unseren Landkreis attraktiv und zukunftsfähig aufzustellen", sagt Landrätin Anita Schneider. Gerade die positive Bevölkerungsentwicklung, die Anforderungen einer älter werdenden Gesellschaft und die Förderung der Familienfreundlichkeit seien dabei wichtige Faktoren. Schneider: "Wir müssen unsere Anstrengungen erhöhen, um mehr bezahlbaren Wohnraum für Familien, Senioren und Alleinstehende zu schaffen". Sozialer Wohnungsbau ist für die Landrätin eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die ohne finanzielle Förderprogramme von Land und Bund kaum umsetzbar sei. Aber auch die Kommunen müssten sich gemeinsam mit Baugenossenschaften und privaten Investoren engagieren. "Dies ist für einzelne Kommunen nicht immer leicht. Mit dem interkommunalen Zusammenschluss in der SWS gelingt uns aber ein gemeinsames Vorgehen. Die SWS berät, begleitet und koordiniert, der Landkreis fördert passende Vorhaben."

Allein im Jahr 2018 wurden durch die Richtlinie für sozialen Mietwohnungsbau Vorhaben mit insgesamt 2,06 Millionen Euro gefördert. Darunter bilden Wohnbauprojekte wie das in der Licher Jahnstraße mit 25 Wohneinheiten sowie das der AWO Lollar (Holzmühler Weg) und der Baugenossenschaft Busecker Tal (Auf der Riedstruth) mit jeweils 24 Wohneinheiten die größten. Im laufenden Jahr werden Wohnbauprojekte in Lindenstruth, Langgöns und Hausen gefördert. Weitere 93 Wohneinheiten sind in der Planung, die meisten von Genossenschaften und Kommunen.

"Die Vorhaben verteilen sich auf den ganzen Kreis", erklärt Jens Köhler, der im Dezember 2019 die Geschäftsführung der SWS GmbH übernommen hat. "Damit wird nicht nur dem Bedarf in den Gemeinden Rechnung getragen, sondern es wird auch der Wohnraumdruck auf das Ballungszentrum Gießen reduziert."

Über zwei Millionen Euro Fördermittel

Bei allen Neubauvorhaben verlieren die SWS und der Landkreis alte Bausubstanz nicht aus dem Blick. Mit der Richtlinie zur Revitalisierung der Ortskerne wird die Schaffung von Wohnraum durch den Umbau historischer Bausubstanz gefördert. So werde Wohnraum geschaffen, drohender Leerstand abgewendet und Ortskerne belebt.

Eine Förderung beantragen kann jeder - vorausgesetzt, die Gesamtkosten des Vorhabens betragen mindestens 25 000 Euro. Der Landkreis gewährt bis zu 30 Prozent der förderfähigen Investitionskosten, maximal 75 000 Euro. Nach dem Startschuss vorigen Herbst in Nieder-Bessingen, wo private Investoren vier Wohneinheiten mit insgesamt 184 Quadratmetern Wohnfläche in historischem Fachwerk schaffen, wurden in der letzten Gesellschafterversammlung der SWS GmbH vier weitere Revitalisierungsprojekte mit acht Wohneinheiten und insgesamt über 773 Quadratmetern Wohnfläche dem Kreisausschuss zur Förderung empfohlen. "Mindestens drei weitere sind im Vorlauf", erklärt SWS-Geschäftsführer Jens Köhler.

Antragstellung und Information laufen über die Wohnraumförderstelle beim Landkreis (E-Mail: wohnbaufoerderung@lkgi.de).

Als weitere Aufgabe hat die SWS jetzt den Aufbau eines Leerstandsmanagements für die Mitgliedskommunen definiert.

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