Stein des Anstoßes: Schotterflächen wie diese, hier noch von der Stadt selbst geschaffen, will Grünberg künftig auch in privaten Hausgärten verhindern, dafür entsprechende Festsetzungen in neuen Bebauungsplänen oder Kaufverträgen für städtische Grundstücke erlassen.
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Stein des Anstoßes: Schotterflächen wie diese, hier noch von der Stadt selbst geschaffen, will Grünberg künftig auch in privaten Hausgärten verhindern, dafür entsprechende Festsetzungen in neuen Bebauungsplänen oder Kaufverträgen für städtische Grundstücke erlassen.

"Schluss mit Schottergärten!"

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). Dass anstelle eines Rasenstücks grober Schotter tritt, wie zuletzt in der Diebs-turmstraße geschehen, stieß auf heftige Kritik. Nicht zuletzt bei den Grünen. Auf deren Antrag hin schob das Stadtparlament 2018 dieser Spielart von Landschaftsbau auf kommunalen Flächen einen Riegel vor. Zu erwarten ist, dass das Plenum noch einen Schritt weitergeht: Eine klare Mehrheit des Hauptausschusses unterstützte am Mittwoch entsprechende SPD-Initiative. Ein Instrument: In neuen Bebauungsplänen wird künftig die "flächige Gestaltung von Hausgärten mit Steinen, Kies, Schotter oder ähnlichen Baustoffen" ausgeschlossen.

Aufklärungskampagne

Der Fachausschuss übernahm dazu folgende Formulierung von Matthias Hub, Leiter Bildungsstätte Gartenbau Grünberg: "Freiflächen zwischen der Straßenbegrenzungslinie und der Baugrenze, die nicht als Stellplätze, Zufahrten oder Wege benötigt werden, sind unversiegelt zu belassen und gärtnerisch als Zier- und Nutzgarten anzulegen. Großflächig mit Steinen bedeckte Flächen, auf denen (...) Pflanzen nicht oder nur in geringer Zahl vorkommen (Schottergärten) sind im Bereich dieser Freifläche nicht zulässig. Dies ist regelmäßig der Fall, wenn mit der Bepflanzung ein Deckungsgrad von weniger als 70 Prozent erreicht wird. Wasserundurchlässige Plastikfolie als Untergrund ist nicht zulässig."

Gemäß SPD-Antrag soll die "Reichweite" des Verbots der ökologisch fragwürdigen Schottergärten noch erweitert werden: Bei Grundstücksverkäufen aus der Fläche älterer Bebauungspläne (ohne zitierte Festsetzung) wird besagte Verpflichtung in den Kaufvertrag aufgenommen. Diesen Passus freilich will die Verwaltung noch juristisch prüfen lassen.

Unstrittig war dagegen der Antragsteil, wonach die Stadt eine Aufklärungskampagne startet. Ziel: "Rückbau von Schottergärten und Aufzeigen von Alternativen, damit diese Art von Gärten in pflegeleichte, aber sinnvolle ökologische Oasen umgestaltet werden."

Bei zwei Enthaltungen empfahl das Gremium im Weiteren die Verabschiedung des Haushaltsplans 2020. Die Feststellung durch den Magistrat ist bereits einige Wochen her, inzwischen hat sich der Überschuss von rund 100 000 Euro auf exakt 197 944 Euro sogar noch erhöht. Ergebnis vor allem der Absenkung der Kreisumlage; das Plus von rund 600 000 Euro allerdings wird vermindert durch geringere Schlüssel- und Steuerzuweisungen.

Hervorzuheben ist das neu etatisierte Projekt "Anbau/Sanierung Kita Lumda". Aus der Erweiterung der Maßnahme resultiert ein Kostenanstieg von 200 000 auf 1,6 Millionen Euro. Erwähnt sei auch, dass der HFA einen Sperrvermerk für das "Tourismusprojekt Brunnental" wünscht. Gegenüber der Schätzung haben sich die Kosten um 154 000 auf 404 000 Euro erhöht. Ergebnis von Planänderungen, auch aufgrund der Einbeziehung von Ideen von Kindern. Für die soll ein Wasserspielplatz angelegt werden, der allein mit 200 000 Euro zu Buche schlägt. Bei einer EU-Förderung von 200 000 Euro betrüge der Eigenanteil also 204 000 Euro. Laut Bürgermeister Ide sind freilich weitere Änderungen noch möglich.

Aus der Finanzplanung herausgegriffen sei endlich noch die Einstellung von fünf weiteren Erzieherinnen (zunächst drei geplant) sowie die 200 000 Euro, mit denen sich die Stadt an der "Medzentrum Grünberg GmbH" beteiligt. Um so in die Entscheidungsprozesse stets eingebunden zu sein; außerdem hofft man auf eine Gewinnausschüttung, wenn auch erst nach einigen Jahren zu erwarten. FOTO: TB

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