Schlechte Nachrichten

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Biebertal (so). Gleich zwei schlechte Nachrichten überbrachte Bürgermeisterin Patricia Ortmann am Dienstag im Sozialausschuss der Gemeindevertretung, der sich eingehend mit Kleinkinderbetreuung befasste: Das Einrichten einer zusätzlichen Betreuungsgruppe in der "Sternschnuppe" in der alten Schule in Rodheim wird sich wegen Brandschutzauflagen voraussichtlich verzögern.

Noch größeres Ungemach droht in Fellingshausen. Dort reicht der Platz nicht aus. Da steht womöglich eine Erweiterung ins Haus. Denn die Kita-Aufsicht beim Landkreis mahnt Veränderungen an, stellt die Betriebserlaubnis infrage. Dabei ist es erst wenige Jahre her, dass in die Kita "Fuchsbau" viel Geld investiert wurde.

Zum 1. Januar 2020 wird die Gemeinde Biebertal die "Sternschnuppe" von einem Elternverein in ihre Trägerschaft übernehmen. Die Gemeinde will zusätzlich zu den vorhandenen Plätzen dort so fix wie möglich eine weitere Gruppe schaffen, um der ungebrochen hohen Nachfrage von Familien nach Betreuung ihrer Kinder zu begegnen. Doch der Brandschutz macht nun für die vorgesehenen Räume in der alten Schule in Rodheim Auflagen. Gefordert wird, zwei neue feuerhemmende Decken einzubauen. Die Kosten gehen in die Hunderttausende; zudem bedeutet dies womöglich, dass es nichts wird mit einer neuen Gruppe zum 1. März. Es könnte wegen der anstehenden Arbeiten Oktober werden, bis die neuen dringend benötigten Betreuungsplätze zur Verfügung stehen, befürchtet die Bürgermeisterin.

Neubau in Fellingshausen denkbar?

In Fellingshausen ist die Kita "Fuchsbau", die in kirchlicher Trägerschaft ist, in den Jahren 2011/2012 um fast 150 Quadratmeter erweitert worden. Damals gab es eine Teilaufstockung. Es wurden seinerzeit fast 400 000 Euro investiert, um Raum für die zwei Kita- und eine Krippen-Gruppe zu haben. Die Immobilie gehört der Kirche, die bürgerliche Gemeinde hat das Gros der Kosten gestemmt. Wie es sich aktuell darstellt, war das womöglich nicht ausreichend. Um den Bestand zu sichern, braucht es wahrscheinlich mehr Fläche. Bürgermeisterin Ortmann und die Kita-Aufsicht sind in diesen Tagen dabei, zu klären, was es braucht, um den Bestand zu sichern.

Und selbst das könnte perspektivisch in Fellingshausen nicht genug sein. Denn die Gemeinde projektiert derzeit das Neubaugebiet "Dreispitz III" mit mehr als 40 Baugrundstücken. Da ist weiterer Zuzug von jungen Familien zu erwarten - und damit steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen. Vor diesem Hintergrund ist womöglich auch darüber nachzudenken, ob es für die Kommunalpolitik nicht Sinn macht, in dem geplanten Baugebiet gleich eine neue Kita mit einzuplanen.

Vor dem Hintergrund dieser Fragen waren die zuvor vom Sozialausschuss getroffenen Weichenstellungen eher Formsache: Die Kindergartensatzung wird modifiziert, um den Betrieb der "Sternschnuppe" damit abbilden zu können. Zudem sollen ab Januar 2020 die Elternbeiträge für die Kinderbetreuung um 5 Prozent steigen. Das hat der Sozialausschuss mit den Stimmen von Freien Wählern, CDU und Grünen empfohlen. Einzig die SPD lehnt dies aus grundsätzlichen Erwägungen heraus ab.

"Wir brauchen das Geld: "Sternschnuppe", Waldkita - all das bedeutet mehr Personal, und das kostet", argumentiert Inge Mohr (FW). Sie geht davon aus, dass den Eltern eine gute Betreuung ihrer Kinder etwas wert ist. Eine Argumentation, der sich die Grüne Kathrin Gaidies anschloss. Auch Mohr wäre es lieber, wenn vom Land mehr zur Entlastung der Kommunen bei der Kinderbetreuung geleistet würde, wie dies die SPD einfordert. Aber: "So weit sind wir eben noch nicht."

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