+
Die Waldhausstraße zwischen Krofdorf und Salzböden gilt als eine der schlechtesten Straßen im Kreis - über ihre Zukunft wird seit Jahren verhandelt.

Schlagloch an Schlagloch

  • schließen

In den kommenden Monaten wird das Sträßchen zwischen Salzböden und der Schmelzmühle in Ordnung gebracht - doch über den größeren Teil der Waldhausstraße durch den Krofdorfer Forst wird noch verhandelt.

Es kommt Bewegung in eine scheinbar unendlich Geschichte - doch ein gutes Ende ist noch längst nicht in Sicht: Auf der Waldhausstraße zwischen Krofdorf und Salzböden reiht sich unverändert Schlagloch an Schlagloch. Immer wieder wurde geflickt, Seit Monaten warnen rot-weiße Baken vor den ärgsten Schäden. Es ist eine der schlechtesten Straßen im Kreis Gießen. Für Autofahrer ein Graus, für Radler höchst gefährlich.

Aktuell wird die Straße in den Kreisgremien diskutiert, denn der Kreis will sich davon trennen. Die Kommunen Wettenberg und Lollar sowie das Land Hessen sollen je einen Abschnitt übernehmen. Das findet nicht überall Zustimmung. Im Kreistag beantragen FDP und AfD, dass der Kreis die Straße mit Blick auf die Verkehrssicherheit und die touristische Bedeutung auf ganzer Länge instand setzt. Wolfgang Greilich (FDP) spricht von einem erbärmlichen Zustand, und mutmaßt gar, der Kreis wolle sich der Straße einfach entledigen.

Doch für eine Komplettsanierung gibt es keine Mehrheit, wie die Beratungen in den Fachausschüssen in den vergangenen Tagen gezeigt haben. Mit Blick auf die Kosten von mehreren Millionen Euro favorisiert die Koalition von SPD, Grünen und Freien Wählern die von Baudezernentin Schmahl vorgegebene Linie: Abstufung respektive Umwidmung zu Gemeindestraßen und ein Forstweg im mittleren Abschnitt. Dort ist der Zustand am schlechtesten, und der Kreis möchte eine züzige Lösung, um diesen Abschnitt zu sperren, "damit sich dort niemand die Rübe abfährt", wie es Baudezernentin Schmahl dieser Tage salopp im Bauausschuss formuliert hat.

"Wir richten uns nach den gesetzlichen Grundlagen und tun, was wir tun müssen", sprang Günter Semmler (FW) der Dezernentin zur Seite. Aber eben auch nicht mehr. Schließlich müsse man alle Straßen im Kreis im Blick haben - vor allem im Osten, sagt der Laubacher.

Klarheit gibt es bislang weitgehend nur über den kleinsten Teil der Straße: Die knapp zweieinhalb Kilometer zwischen Salzböden und der Siedlung Schmelz sollen vom Kreis auf dessen Kosten in den kommenden Monaten instand gesetzt werden. Eigentlich sollten die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen, doch es wird wohl Frühjahr 2020. Bis dahin ist auch die Eigentumsfrage zu klären: Die Chaussee liegt nämlich weitestgehend auf Wettenberger Gemarkung. Vor einer Übertragung der sanierten Straße an Lollar müsste auch die Gemarkungsgrenze entsprechend angepasst werden.

Das dürfte jedoch leicht machbar sein. Schwieriger gestaltet es sich hingegen mit den rund neun Kilometern zwischen dem Abzweig zur Schmelzmühle übers Waldhaus bis nach Krofdorf.

Für die Gemeinde Wettenberg hat Bürgermeister Thomas Brunner stets erklärt, die Kommune werde die Straße respektive einen Abschnitt derselben nur in einem ordentlichen Zustand übernehmen. So wie eben auch Lollar. Die Frage der Übergabe in einem ordentlichen Zustand sieht auch Schmahl so. Um wie viel Kilometer es sich dann aber handelt, das ist noch zu klären. Vom Krofdorfer Ortsrand bis zum Waldhaus? Oder nur ein Teilstück zur Erschließung der Parkplätze am und im Wald, der von Erholungssuchenden rege frequentiert wird? Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen.

Dritter Verhandlungspartner des Landkreises ist nämlich Hessen Forst. Und die Forstverwaltung des Landes hat hier ganz eigene Interessen: Sie will die Straße nämlich weiter für die Forstwirtschaft nutzen. Laut Baudezernentin Schmahl könnte Hessen Forst auch mit einem teilweisen Rückbau leben, für die Holzlaster würde ein Wirtschaftsweg ausreichen. Hessen Forst hat nicht nur ein Forsthaus mitten im Wald, sondern auch einen großen Holzlagerplatz, der traditionell zum Umschlag edler Eichen und Buchen dient - die im Übrigen aus anderen Revieren im Landkreis über Krofdorf in den Forst hinein gekarrt werden, um nach der Holzauktion von dort aus wieder abgefahren zu werden - erneut durch das Dorf Krofdorf-Gleiberg. Hessen Forst will nach jetzigem Stand der Dinge an dieser Praxis auch festhalten. Klar ist derweil laut Schmahl, dass gerade die Holzlaster für den schlechten Zustand der Straße ein hohes Maß an Verantwortung tragen.

Auch das wird eine Rolle spielen bei der Wettenberger Positionierung zur Übernahme eines Teilstücks der Straße.

Ein formales Rückstufungsverfahren ist zwar wohl seit zwei Jahren eingeleitet, aber noch nicht sehr weit gediehen. Laut Aussage des Wettenberger Bürgermeisters Brunner ist seine Gemeinde bislang noch nicht dazu gehört worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare