Im Gießener Land sind zahlreiche Rezepte verbreitet, in denen Schalet mit Dörrfleisch zubereitet wird.
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Im Gießener Land sind zahlreiche Rezepte verbreitet, in denen Schalet mit Dörrfleisch zubereitet wird.

Schalet, die "Himmelsspeise"

  • vonStefan Schaal
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Heinrich Heine bezeichnete Schalet (Bild) einmal als "die Himmelsspeise". Ursprünglich handelt es sich bei dem Auflauf aus rohen geriebenen Kartoffeln um ein Rezept der traditionell jüdischen Küche, nach deren koscheren Regeln Schalet bereits vor Freitagabend gekocht und bei geringer Hitze bis zum Samstagmittag fertiggegart wird, um das Arbeitsverbot während des Sabbats einzuhalten.

Im Gießener Land sind zahlreiche Rezepte verbreitet, in denen Schalet unter anderem mit Ahler Worscht oder Dörrfleisch angereichert wird. In anderen Regionen wird die Spezialität auch "Dippekuchen" genannt. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Speise dort bisweilen in einem "Dippe", einem großen Topf zubereitet wird.

Eines der zahlreichen Rezepte für Schalet hat die Gemeinde Rabenau dieser Zeitung zur Verfügung gestellt, es stammt von Waltraud Schmidt:

1500 Gramm Kartoffeln schälen und reiben, dann abtropfen lassen. Eine Zwiebel schälen und reiben. Ein Brötchen in Wasser einweichen, ausdrücken und ebenfalls unter die Masse geben. Zwei bis drei Eier mit einem Teelöfel Majoran sowie Salz und Pfeffer würzen. 250 Gramm Bratwurst in Würfel schneiden und unter die Masse heben, wie auch 50 Gramm in Würfel geschnittenes Dörrfleisch. Das Ganze in eine mit vier Esslöffel Öl gefettete Auflaufform füllen und bei 200 Grad eine Stunde lang backen.

Welche Variante des Schalet beziehungsweise des Tscholent Heinrich Heine bevorzugte, ist leider nicht überliefert. Wer die kulinarische Spezialität heiß mit Apfelkompott isst, könnte allerdings in den Jubelgesang Heines einstimmen: "Schalet, schöner Götterfunken." srs/pm

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