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Das Hotel "Waldhaus" in Laubach: Auch dieser "Weiße Fleck" auf der Breitbandkarte soll nächstes Jahr beseitigt werden. FOTO: TB

Satter Überschuss in Laubach

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Laubach(tb). Läuft alles nach Plan, erzielt die Stadt Laubach 2020 einen Haushaltsüberschuss. Nicht gerade so, sondern in der durchaus bemerkenswerten Höhe von 433 000 Euro. Zum fünften Jahr in Folge will die Stadt somit beim laufenden Geschäft ein Plus machen.

Das positive Ergebnis, so Bürgermeister Peter Klug gestern Abend in seiner Etatrede, resultiere zum einen aus einer "klugen und vorausschauenden Planung", dem Aufbau von Rücklagen. Wie er zugleich aber einräumte, profitiere die Stadt wesentlich von der Senkung der Kreisumlage. Stimmt: immerhin knapp 500 000 Euro braucht Laubach 2020 weniger nach Gießen zu überweisen.

Verkraften muss man hingegen ein Minus bei der Gewerbesteuer: Nach drei Millionen in diesem rechnet der Kämmerer im nächsten Jahr mit "nur" 2,35 Millionen Euro. Die sich langsam eintrübende Konjunktur mache sich bemerkbar, meinte Klug. Setze sich der Trend fort, werde der vom Land vorgeschriebene Haushaltsausgleich schwerer fallen. 2020 jedoch ist das kein Thema. Auch nicht das ebenfalls für eine Etatgenehmigung zwingende Erwirtschaften der Tilgung aus dem laufenden Geschäft: Allerdings wird rund die Hälfte des Abtrags von 1,64 Millionen Euro aus der mit 3,5 Millionen gut gefüllten Kasse genommen. Der rein städtische Schuldenberg (ohne Verbände) ist aktuell noch 13,2 Millionen Euro hoch. Laut Finanzplanung soll er nächstes Jahr um 1,66 Millionen wachsen, da es zur Finanzierung der mittelfristigen Investitionsplanung (siehe Auflistung am Textende) im Umfang von 3,3 Millionen an neuen Krediten braucht. Alles in allem will Laubach ab dem nächsten Jahr rund 4,3 Millionen Euro in sein Anlagevermögen stecken, deckt dies zu 22 Prozent aus Zuweisungen und zu drei Vierteln mit Fremdmitteln.

Neue Herausforderungen

Dass auch die Ostkreiskommune auf aktuell spottbillige Kredite setzt, verrät ein Blick noch weiter nach vorn: Für die Jahre 2021/22 stehen bereits 6,3 Millionen Euro als Verpflichtungsermächtigung im Etat. Im Wesentlichen jedoch dient das der Planungssicherheit für Großprojekte, darunter der Neubau des Laubacher Gerätehauses, die binnen eines Jahres nicht zur Bezugsreife zu führen sind.

Ob jedoch die Niedrigzinsphase anhalte, so weiter Klug, sei offen. Ergo gelte es, jede Investition auf ihre "Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit vor dem Hintergrund der Belastung nachfolgender Generationen zu überprüfen." Und nicht minder jedwede Zuschussquelle anzuzapfen. Dass die Abschaffung der Straßenbeiträge (vom Stadtparlament ohne Gegenfinanzierung und daher gegen den Einspruch Klugs beschlossen, die Red.) "neue Herausforderungen bezüglich des Ausgleichs von Ergebnis- wie Finanzhaushalt" bedeute, merkte er an. Auch von daher müsse Laubach die Interkommunale Zusammenarbeit in Gestalt des Städteservice Laubach-Lich) weiter ausbauen.

Im Folgenden die größten Investitionen gemäß mittelfristiger Finanzplanung der Stadt Laubach:

Sanierung Freibad (Ausführung 2021/22);

Feuerwehrgerätehaus Laubach (2020/21);

Planung und Bau von Radwegen (Richtung "Sträuches" 2020/nach Freienseen 2021);

Ortsdurchfahrt Gonterskirchen (2020 - 22);

Fortführung IKEK, hier Marktplatzgestaltung Laubach (2020/22);

Fortführung IKEK, Dorfplatz Lauter (2021);

Neu-/Ersatzbeschaffung von Feuerwehrfahrzeugen (2020 - 23);

Breitbandausbau (2020, Tilgung der "Weißen Flecken", etwa für Hotels, wofür die Stadt einen Eigenanteil von 500 000 Euro eingeplant).

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