In der einstigen Gesamtschule in Rodheim ziehen übergangsweise weitere Klassen der Kreisberufsschule ein. FOTO: SO
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In der einstigen Gesamtschule in Rodheim ziehen übergangsweise weitere Klassen der Kreisberufsschule ein. FOTO: SO

Berufsschule

Sanierung der Willy-Brandt-Schule wohl wieder teurer

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Womöglich kostert das Sanieren der Willy-Brandt-Schule in Gießen den Landkreis 1,4 Millionen Euro mehr als geplant.. Ein Teil der Schüler zieht während der Arbeiten nach Biebertal um.

Gießen(so). "Schon wieder eine Kostensteigerung von 1,4 Millionen Euro. Gibt es denn eine Einschätzung, wo wir landen, wenn diese unendliche Geschichte einmal beendet wird?", kommentiert Wolfgang Greilich (FDP) den aktuellen Bericht zur Modernisierung und Sanierung der Willy-Brandt-Schule. Die Kreis-Berufsschule im Gießener Musikerviertel wird seit 2019 generalüberholt. Schuldezernentin Christiane Schmahl (Grüne) legte am Dienstag im Schul- und Bauausschuss des Kreistags den Stand der Dinge dar.

Knapp 20 Millionen Euro

Die Innensanierung wird jetzt mit 12,55 Millionen Euro veranschlagt und damit eben 1,4 Millionen Euro teuer als noch 2019 geplant. Die Kosten für die Außensanierung liegen bei 7,08 Millionen Euro und damit im bislang vorgegebenen Budget.

Zwei Planungsbüros sind mit der Betreuung des millionenschweren Projekts betraut: Das Kasseler Büro KM Architekten betreut die Außensanierung. Für den Innenbereich ist das Büro Schmees und Wagner aus Gießen zuständig.

Falsch gerechnet

Die Innensanierung erfolgt in drei Bauabschnitten. Mit dem ersten soll nach den Sommerferien begonnen werden. Dafür müssen jetzt 50 Klasen- und Fachräume verlagert werden. Ein Teil findet im bestehenden Gebäude an anderer Stelle Platz, andere ziehen vorübergehend um nach Biebertal.

Umzug nach Biebertal

In der ehemaligen Gesamtschule in Rodheim-Bieber, die zuletzt der Georg-Kerschensteiner-Schule als Domizil diente, werden bereits die Auszubildenden für kaufmännische Berufe betreut. Der Fachbereich Gesundheit und die Mediengestalter sollen ebenfalls dorthin umziehen. Die Räume dafür sind hergerichtet. Aktuell laufen laut Schmahl noch Arbeiten, um der Holzwerkstatt eine neue Heimstatt in der Willy-Brandt-Schule zu geben. Die Umzüge finden noch vor und während der Sommerferien statt. Mitte August beginnen Abbrucharbeiten im Gebäude-Inneren der Willy-Brandt-Schule. Rohbauarbeiten, Trockenbau, Innenputz und Malerarbeiten sollen im Juli ausgeschrieben werden. Bis Sommer 2022, also binnen zwei Jahren, soll dieser erste Bauabschnitt abgeschlossen sein.

Neue Fenster und Dächer

Die Außensanierung der Schule aus den frühen 1980er Jahren kann im Herbst beginnen. Zuvor soll die Schadstoffsanierung im Innern abgeschlossen sein. Geplant sind der Austausch der Fenster und der Fassadenelemente sowie die Sanierung der Dächer.

Was die Kosten angeht, so hatte Schmahl in der Tat keine guten Nachrichten für die Fachleute im Bau- und Schulausschuss, die am Dienstag unter Vorsitz von Martin Hanika (CDU) tagte: Die Innensanierung wurde vom beauftragten Büro neu gerechnet - und nach oben korrigiert. Das frühere Planungsbüro, von dem sich der Kreis mittlerweile getrennt hat, soll sich verkalkuliert haben. Mengenangaben seien zu niedrig angesetzt gewesen. Wegen falscher Massenermittlungen bei der Innendämmung, der Innenwände und bei den Elektroarbeiten steigen die Kosten laut Schmahl "erheblich". Trotz Einsparungen an anderer Stelle sei mit besagten 1,4 Millionen Euro mehr zu rechnen.

Hoffen auf Einsparungen

Bislang alles nur geplante Zahlen. Wieviel teurer es tatsächlich wird, das wird sich zeigen, wenn die Arbeiten ausgeschrieben sind und die Handwerksunternehmen ihre Angebote abgegeben haben.

Was im Kreishaus leise hoffnungsvoll stimmt: Die Ausschreibungsergebnisse der Abbrucharbeiten erbrachten deutlich niedrigere Preise als erwartet. Schmahl: "Hier wird die Konjunkturentwicklung eine bedeutende Rolle spielen".

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