Seit 1974 steht die Krumbacher Mehrzweckhalle. Seit einigen Jahren schon gibt es Wünsche, den Bau einer Generalüberholung zu unterziehen oder neu zu bauen. ARCHIV-FOTO: SO
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Seit 1974 steht die Krumbacher Mehrzweckhalle. Seit einigen Jahren schon gibt es Wünsche, den Bau einer Generalüberholung zu unterziehen oder neu zu bauen. ARCHIV-FOTO: SO

Sanierung oder Neubau?

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Bei der Mehrzweckhalle Krumbach macht die CDU Druck, will einen Bau- oder Sanierungsbeginn noch in diesem Jahr. Die Mehrheit der Kommunalpolitiker rät jedoch, noch etwas zu warten - um möglicherweise in den Genuss von Zuschüssen zu kommen.

Wird die Mehrzweckhalle samt angrenzender Feuerwehrhalle in Krumbach saniert? Oder gibt es gar einen Neubau? Und vor allem: Wann? Möglichst bald schon. Darin sind sich in der Biebertaler Kommunalpolitik alle einig. Wenn es nach der CDU-Fraktion ginge, dann sollte umgehend mit den Arbeiten begonnen werden.

"Ich sehe mich persönlich bei den Krumbacher Bürgern im Wort", sagt Thorsten Cramer. Der CDU-Fraktionsvorsitzende erinnert an das Versprechen der Koalition, in Krumbach etwas zu tun. Und macht jetzt Druck. Denn seit 2018 stehen Mittel im Haushalt. 500 000 Euro sind für einen ersten Schritt bereitgestellt. Seit Jahren wird überlegt, die Halle in Ordnung zu bringen. 2016 wurde Geld bereitgestellt, 2017 wieder gestrichen. Als wenig später das Dach undicht wurde, kamen die Mittel 2018 wieder in den Haushalt.

"Aber es ist kein Fortschritt in der Sache erkennbar. Wir haben unsere Zusage gegeben, aber die nächsten Schritte stehen aus", sagte Cramer am Dienstag in der Gemeindevertretung, die unter Vorsitz von Elke Lepper (FW) tagte. Deshalb beantragte die Union, noch in diesem Jahr mit den Arbeiten zu beginnen. Cramer: "Ich will mich nicht dem Vorwurf der Untätigkeit aussetzen".

FW rät, abzuwarten

Selbst beim Koalitionspartner FW konnte sich die Union damit nicht durchsetzen und wurde eingebremst. Man würde ja gerne das Vorhaben in Krumbach angehen, aber bitte nicht auf den Plänen von 2013, erinnerte die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, Inge Mohr, an die lange Vorgeschichte. Cramers Vorstoß, der offenkundig nicht in der Koalition abgestimmt war, nannte Mohr schlicht "populistisch" - was der Gescholtene umgehend scharf zurückwies.

Wie auch SPD und Grüne setzen die Freien Wähler auf das Dorfentwicklungsprogramm und erhoffen sich zeitnah Zuschüsse für das große Projekt in Krumbach. Bis zu 65 Prozent wären möglich. Wobei ohnehin noch nicht kalkuliert ist, was eine Sanierung oder was ein Neubau kosten wird. Klar ist nur: Die 500 000 Euro sind ein Anfang, letztlich wird es wohl siebenstellig werden.

Der Antrag auf Aufnahme in das Landesprogramm zur Dorfentwicklung wird dieser Tage gestellt; Bürgermeisterin Patricia Ortmann ist optimistisch, bereits im Mai oder Juni zu wissen, ob Biebertal aufgenommen wird.

"Davor schon Arbeiten in Krumbach auszuschreiben, wäre förderschädlich", befürchtet Mohr und erhielt in dieser Einschätzung die Unterstützung von Thomas Prochazka (SPD) sowie Siggi Gröf (Grüne). "Zuschüsse durch vorschnelles Handeln zu gefährden, wäre grob fahrlässig", urteilt der Grüne.

Auch Bürgermeisterin Ortmann rät dazu, noch ein paar Monate abzuwarten: "Die Zeit bis Mai haben wir auch noch!" Sollte Biebertal wider Erwarten nicht ins Förderprogramm des Landes aufgenommen werden, so könne immer noch umgehend mit den schon jetzt bereitstehenden 500 000 Euro begonnen werden.

Letztlich bleibt das Projekt im Geschäftsgang, wurde zur weiteren Beratung in den Haupt- und Finanzausschuss verwiesen.

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