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Der Bereich östlich der Röderbergstraße ist bereits bebaut, nun soll nach Wünschen des SNUB und des Ortsbeirates Salzböden auch die andere Seite als Bauland erschlossen werden.

Salzböden will Bauland

  • Lena Karber
    VonLena Karber
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Lollar (lkl). Am nördlichen Ortsrand von Salzböden soll weiteres Bauland erschlossen werden. Dafür hat sich der Ortsbeirat nach »innigen Diskussionen« letztendlich einstimmig ausgesprochen. Das berichtete Ortsvorsteher Harald Pusch am Dienstagabend in der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Naturschutz, Umwelt und Bauen (SNUB) der Stadtverordnetenversammlung.

Allerdings, betonte Pusch, sei die Beschlussvorlage für die Erschließung der Bauplätze, wie sie von der Verwaltung vorgelegt worden sei, aus Sicht des Salzbödener Ortsbeirates abzulehnen - eine Einschätzung, der im SNUB die Vertreter aller Fraktionen grundsätzlich zustimmten.

Entwicklung durch Investor abgelehnt

Der Knackpunkt: Laut Beschlussvorlage sollte die Franz & Lotz Wohn- und Systembau GmbH aus Allendorf/Lumda das Gebiet entwickeln. Dazu waren zwei Planungsvarianten aufgeführt - eine mit 15 und eine mit 26 Wohneinheiten. Dabei ging es jeweils nur um die östliche Hälfte der als Erwartungsbauland gekennzeichneten Fläche »Hainstadt«, da das Unternehmen nur für diese bisher eine Kaufoption erwerben konnte. »Wir haben den Grundsatzbeschluss gefasst, dass der Ortsbeirat es ablehnt, Bauflächen durch einen Investor zu bebauen«, sagte Pusch. Er bezeichnete dies als »Daseinsaufgabe einer Kommune«, die die Stadt Lollar nicht aus der Hand geben dürfe. Darüber herrschte auch bei den Mitgliedern des Ausschusses Einigkeit, weshalb der Beschlussvorlage eine Absage erteilt wurde. Stattdessen sprach sich der Bauausschuss dafür aus, dass die Stadt die Flächen selbst entwickeln soll.

Dass die CDU die Erschließung des Baulandes nicht grundsätzlich ablehnte, sorgte bei der Ausschuss-Vorsitzenden Jutta Pfaff für Verwunderung. Wie es denn sein könne, dass die CDU das Baugebiet in Ruttershausen ablehne, dem in Salzböden jedoch zustimme? »Flächenversieglung ist Flächenversieglung«, meinte die Grünen-Politikerin. Deren Fraktion befürwortet das Baugebiet »Unterm Grasweg« in Ruttershausen, während die CDU dafür eintritt, zunächst nur einen Teilbereich - nämlich die andere Seite des bereits erschlossenen, aber nur einseitig bebauten Rosenwegs - als Bauland auszuweisen.

Dem entgegnete der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Jens-Christian Kraft, dass beide Vorhaben getrennt voneinander zu bewerten seien, da beispielsweise die Wertigkeit des Ackerlandes eine Rolle spiele. Zudem bestehe bei den Flächen in Salzböden durchaus »der Eindruck einer Baulücke«, was in Ruttershausen anders sei - zumal es dort perspektivisch um mehrere Bauabschnitte gehe. Entsprechend plädierte die CDU dafür, die Vorhaben getrennt voneinander zu behandeln.

Norman Speier (SPD) hingegen wollte in dem Änderungsantrag festhalten, dass im Arbeitskreis innerstädtische Entwicklung über die Entwicklung beider Gebiete beraten werden soll. Mehrheitlich sprach sich der Bauauschuss für diese Variante aus.

Angesichts der vielerorts hohen Nachfrage nach Bauplätzen sollen auch in Salzböden etwa Bürger des Ortes, Ehrenamtliche oder junge Familien bevorzugt einen Bauplatz erhalten. Entsprechende Vergabekriterien liegen laut Stadt aktuell dem Hessischen Städte- und Gemeindebund zur rechtlichen Prüfung vor. »Wir möchten so etwas wie ein Eigenbedarfsmodell«, sagte Pusch. Er gab an, bereits mit fünf »kernsalzböder« Familien gesprochen zu haben, die gerne dort bauen würden.

Kein Baugebiet in Odenhausen

Gänzlich vom Tisch ist hingegen das Baugebiet »Südlich der Weiherstraße« in Odenhausen, für das die Stadtverordnetenversammlung im Dezember die Aufstellung eines Bebauungsplans beschlossen hatte. Wie aus der Begründung hervorgeht, spielen dabei mehrere Faktoren eine Rolle: Unter anderem sei die geplante Verrohrung des Hellenbachs, über die bereits im Vorfeld viel diskutiert worden war, seitens der oberen und unteren Wasserbehörde sehr kritisch gesehen und nicht zugelassen worden, heißt es da. Auch sei auf dem Gebiet der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, eine seltene Falterart, nachgewiesen worden. Zudem handle es sich bei den Flächen zum Teil um geschützte Biotope und Lebensraumtypen, sodass die vorgesehene Ausweisung einer Ausgleichsfläche die Vorgaben nicht erfülle. Da keine Aussicht auf einen rechtssicheren Bebauungsplan bestehe, hatte das Planungsbüro empfohlen, die Bauleitplanung nicht weiter zu verfolgen und den bereits gefassten Aufstellungsbeschluss aufzuheben. Dem stimmten alle Mitglieder des SNUB zu.

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