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Gastronomiebetriebe leiden stark unter der Krise. SYMBOLFOTO: DPA

Ruf nach Mindest-Kurzarbeitergeld wird laut

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Gießen (pm). Angesichts weiterhin geschlossener Restaurants, Cafés und Hotels im Landkreis Gießen macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf die wachsende Notlage der Beschäftigten aufmerksam - und fordert die Einführung eines Mindest-Kurzarbeitergeldes von 1200 Euro im Monat. Die NGG geht davon aus, dass die Kurzarbeit aktuell erneut die Ausmaße des Lockdowns vom Frühjahr 2020 angenommen hat.

Damals meldeten 270 gastgewerbliche Betriebe im Gießener Land Kurzarbeit an - das sind 63 Prozent aller Betriebe der Branche im Landkreis. Die Zahl der Köche, Kellner und Hotelfachleute in Kurzarbeit stieg im April 2020 auf 1177. Dies geht aus einer Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit hervor.

Nach Angaben des Ifo-Instituts waren im Januar 2021 bundesweit 56 Prozent aller Beschäftigten des Gastgewerbes in Kurzarbeit. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft lag die Quote bei lediglich 7,8 Prozent. »Im Unterschied zu anderen Branchen dauert der derzeitige Lockdown für die Gastronomie und Hotellerie immerhin schon seit Anfang November. Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Ihre letzten Reserven sind längst aufgebraucht. Es könnten noch Monate vergehen, bis Hotels und Gaststätten wieder öffnen«, sagt Andreas Kampmann, Geschäftsführer der NGG-Region Nord-Mittelhessen.

Wegen niedriger Löhne und fehlender Trinkgelder spitze sich die Lage der Beschäftigten auch im Landkreis Gießen dramatisch zu. »Ohne schnelle und unbürokratische Hilfe drohen den Menschen existenzielle Probleme«, betont Kampmann. Zusammen mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hat die NGG Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Koalitionsspitzen in einem offenen Brief aufgefordert, ein branchenübergreifendes Mindest-Kurzarbeitergeld in Höhe von 1200 Euro pro Monat einzuführen. Verdi und die NGG haben außerdem eine Online-Petition zum Mindest-Kurzarbeitergeld gestartet. Gerade in kleineren Pensionen und Gaststätten in der Region verdienten viele Beschäftigte kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn, so Kampmann. Eine Kellnerin, die in Vollzeit zum Mindestlohn arbeite, komme im ersten Bezugsmonat auf nur 728 Euro Kurzarbeitergeld (ledig, ohne Kinder, Kirchensteuer). Selbst nach der Erhöhung auf 80 Prozent des Einkommens, wie sie nach sieben Monaten Kurzarbeit greife, blieben da nur 971 Euro im Monat.

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