Rücksichtnahme auf brütende Vögel

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Gießen (pm). Die Vegetationszeit startete in diesem Jahr etwas später, doch mittlerweile haben viele Hecken Kraft getankt und inzwischen eine beachtliche Größe erreicht. Trotzdem bittet der Naturschutzbund (NABU) darum mit dem Rückschnitt der Hecken noch ein wenig zu warten.

Denn für viele Vogelarten ist die Fortpflanzungszeit noch nicht vorbei. Bis Ende Juli brüten viele Singvögel im Schutz des dichten Blattwerks in Gärten und Parkanlagen. Durch Schnittmaßnahmen können sie so stark gestört werden, dass sie ihre Brut aufgeben.

»Einige Vögel haben inzwischen bereits eine erste Brut durch und sitzen schon auf dem zweiten Gelege. Wer jetzt seine Sträucher schneidet, riskiert das Leben der kleinen Nestlinge«, sagt Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU. »Auch finden Beutegreifer die Nester mit den Jungvögeln einfacher, wenn schützende Zweige weggeschnitten werden.«

Suche nach belegten Nestern

Der NABU schreibt in einer Pressemitteilung, dass ihn immer wieder Anrufe besorgter Menschen erreichten, die von teils radikalen Heckenschnitten während der Brutzeit berichten. »Es gibt immer wieder Schilderungen von tot aufgefundenen Jungvögeln unter frisch gestutzten Hecken«, erzählt Eppler. Es könne nicht angehen, dass Hecken und Gebüsche ohne jede Rücksicht kahlgeschoren würden.

»Auf jeden Fall gehört vor dem Schnitt eine intensive Suche nach belegten Nestern in den Sträuchern dazu«, sagt Eppler. Heckenabschnitte mit bewohntem Vogelnest dürften nicht oder nur sehr vorsichtig beschnitten werden.

Gesetzlich muss jeder vor einem Heckenschnitt darauf achten, Vögel und andere wildlebende Tiere nicht mutwillig zu beeinträchtigen und ihre Lebensstätten nicht zu zerstören. »In der Zeit von März bis Ende September darf nur der Jahreszuwachs von Hecken und Gebüschen entfernt werden. Das Abrasieren ganzer Hecken ist in dieser Zeit verboten«, sagt Eppler. Die Artenschutz-Bestimmungen des Hessischen Naturschutzgesetzes gelten nicht nur für die freie Landschaft, sondern auch für Gärten und andere Grünflächen in Dörfern und Städten.

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