Rotmilan nicht gefährdet

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Staufenberg(jwr). Auf dem Weg zur Genehmigung des "Windparks Staufenberg" ist offenbar eine wichtige Hürde genommen: Wie Bürgermeister Peter Gefeller auf Anfrage mitteilte, ist die Prüfung hinsichtlich einer Gefährung von Rotmilanen im Staufenberger Stadtwald abgeschlossen. Das zuständige Regierungspräsidium habe kürzlich mitgeteilt, dass durch den Bau dreier Windräder kein erhöhtes Risiko für Milane ausgehen würde. Anfang des Jahres hatte das RP vermeldet, wegen Hinweisen auf eine Rotmilan-Brut im Vorjahr sei eine artenschutzrechtliche Prüfung notwendig. Dadurch hatte sich das Verfahren verzögert.

Gefeller äußert sich nun vorsichtig optimistisch, dass es mit den Windrädern im Stadtwald zügig vorangeht: "Ich glaube, dass wir mit den Anlagen bald an den Start gehen können - aber das habe ich auch vor einem Jahr geglaubt." Er hoffe auf eine Genehmigung noch im Dezember, denn davon hängen weitere Schritte ab: Um Windräder errichten und betreiben zu können, ist neben der Genehmigung der Aufsichtsbehörde auch ein Zuschlag für die Einspeisung ins Stromnetz nötig. Damit Staufenberg an der nächsten Bieterrunde der Bundesnetzagentur im Februar teilnehmen könne, müsse die Genehmigung einen Monat zuvor erteilt sein, sagte er. Auch in den Folgemonaten fänden Bieterrunden statt, an denen man sich ansonsten beteiligen könne.

"Flaschenhals" wird weiter

Gefeller geht davon aus, dass ein Vollbetrieb der Anlagen möglich sein wird. Im Fall einer Teilabschaltung zu bestimmten Zeiten wären der Energieertrag sowie die Pachteinnahmen für die Stadt geringer. Sofern die Genehmigung des RP zeitnah erfolge und man sich in der Bieterrunde durchsetzen könne, sei die Errichtung im kommenden Jahr realistisch: "Was soll uns dann noch daran hindern?" Vorgesehen ist, dass eine Bürgerenergiegesellschaft die Windkraftanlagen betreiben wird.

Zwar wurden zuletzt kaum neue Windräder in Hessen errichtet, auch wegen aufwändiger Genehmigungsverfahren. Inzwischen habe sich aber "einiges an den Rahmenbedingungen getan", findet der Bürgermeister. "Die Kritik ist in Wiesbaden angekommen". Statt der bisherigen "Genehmigungshemmung" sei "der Flaschenhals bei den Genehmigungen nun etwas weiter geworden". Dies habe allerdings auch zur Folge, dass sich mehr Bieter an den Ausschreibungen beteiligten und die Konkurrenz zunehme.

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