Rotes Zahlenwerk

  • vonConstantin Hoppe
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Hüttenberg(con). Die Beratungen um den Haushalt der Gemeinde Hüttenberg für das kommende Jahr haben begonnen. Und schon bei der Einbringung des Haushaltsplanentwurfs durch Bürgermeister Christof Heller in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montagabend zeigte sich, dass sich die Planungen vor allem durch eine Farbe auszeichnen: Rot.

Der Ergebnishaushalt 2021 weist derzeit ein Defizit von rund 815 000 Euro auf. Zudem stehen noch große Fragezeichen über der Entwicklung der Schmutz- und Niederschlagswassergebühr, der Kreis- und Schulumlage sowie der Entwicklung der Gewerbesteuer.

Insgesamt sieht der vorgestellte Haushalt Erträge in Höhe von rund 22,18 Millionen Euro und Aufwendungen von rund 23 Millionen Euro vor.

Die größten Ausgaben liegen dabei mit rund 7,3 Millionen Euro in den Personalkosten sowie den Steueraufwendungen in Höhe von rund 8,14 Millionen Euro.

"Bei der derzeitigen finanziellen Lage stellt sich die Frage, welche Infrastruktur sich die Gemeinde in Zukunft noch leisten kann - bislang wurde diese immer weiter ausgebaut", ist dem Fazit des Haushaltsplans zu entnehmen.

Weitere Stellschrauben

Hinzu kommt auch die Abschaffung der Straßenbeiträge: Alleine für dieses Jahr fallen dafür 741 667 Euro für die Baumaßnahmen in der Gießener Straße und der Ostendstraße an. Diese sollen nun aus allgemeinen Haushaltsmitteln beglichen werden.

Dafür sieht der Bürgermeister drei Varianten: Eine Finanzierung über Darlehen und eine Erhöhung der Grundsteuer B um 25 Prozentpunkte über zehn Jahre, eine Erhöhung von zehn Prozentpunkten über 25 Jahre oder eine Finanzierung ohne Darlehen und eine damit einhergehende Erhöhung der Grundsteuer B über 125 Prozentpunkte für zwei Jahre.

Weitere Stellschrauben der Gemeinde wären eine Erhöhung der Hundesteuer oder der Gewerbesteuer. Jedoch hat die Gemeinde schon jetzt mit einem Hebesatz von 500 Punkten bei der Grundsteuer B einen der höchsten Werte auf - verglichen mit den Nachbarkommunen. Nur Biebertal liegt mit 600 Punkten noch darüber.

Aber auch die Finanzierung über Darlehen birgt Risiken: "So laufen wir in immer größere Schulden rein", sagte der Bürgermeister.

Nun sind auch die Fraktionen und Gemeindevertreter gefordert. Es wird noch einiger Diskussionen und Beratungen bedürfen, um den gemeindlichen Haushalt am Ende auf einen positiven Weg zu bringen.

Und auch das Thema Hallenbad stand am Montagabend auf der Tagesordnung des Haupt- und Finanzausschusses: Nach dem Ergebnis des Bürgerbegehrens von Anfang November und der Zusage zum Neubau des Hallenbades, sind nun die Ausschüsse gefragt, um die Planungen sowie die Finanzierungsmöglichkeiten zu erarbeiten.

Das wird vermutlich ein längerer Prozess werden: Zuerst muss der Bau- und Verkehrsausschuss nun die groben Richtlinien aufstellen, nach denen ein zukünftiges Bad geschaffen werden sollte.

Danach erst kann sich der Haupt- und Finanzausschuss mit der Aufstellung der Kostenplanung beschäftigen. Auf jeden Fall sollen alle Optionen zu möglichen Förderungen des Neubaus ausgelotet werden.

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