Benjamin-S. Unverricht
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Benjamin-S. Unverricht

"Die Roten sind noch da"

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Ende November will die SPD in Heuchelheim ihr Programm und die Liste der Kandidaten für die Kommunalwahl im März 2021 verabschieden. Zugleich soll bei der nächsten Mitglieder- versammlung Benjamin- Sebastian Unverricht als Bürgermeisterkandidat nominiert werden.

Wir werden keinen Tsunami hinbekommen. Aber wir sollten doch eine kleine Welle machen, damit die Menschen registrieren: Die Roten sind noch da!" Eher verhalten klingt die Sozialdemokratin Gudrun Panhans im Kreise ihrer Parteifreunde. Aber sie blickt nach vorn. Der Blick zurück auf die letzten Jahre ist ohnehin eher schmerzlich für die Genossen am unteren Bieberbach.

Die SPD, bald 60 Jahre prägende Kraft in Heuchelheim und Kinzenbach, hat jetzt ein Jahrzehnt auf den harten Oppositionsbänken hinter sich. Hat nach verheerenden Wahlschlappen Zug um Zug einen großen Personalwechsel in fast allen leitenden Positionen vollzogen. Aber die Zielrichtung ist klar: Es soll wieder aufwärts gehen. "Wir wollen raus aus der Versenkung!", kündigt Benjamin-Sebastian Unverricht in der Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins am Mittwoch im Gasthaus "Zum Treppchen" an.

Der 38-jährige Anwalt will dabei eine tragende Rolle spielen: Vor zwei Jahren hat er den Parteivorsitz übernommen, Fraktionsvorsitzender ist er bereits seit 2013. Und er wird für die Kommunalwahl am 5. März 2021 als Spitzenkandidat gesetzt. Größte Aufgabe aber für den eloquenten Juristen: Er ist Herausforderer von Amtsinhaber Lars Burkhard Steinz (CDU) bei der Bürgermeisterwahl, die ebenfalls im kommenden Jahr ansteht.

Unverrichts Kandidatur für den Führungsjob im Rathaus ist angesichts seines Engagements nur logisch, wenn man denn auf einen Kandidaten aus den eigenen Reihen setzt. Bereits im Juli hat er seine Ambitionen öffentlich gemacht. Gleichwohl nehmen sich die Sozialdemokraten noch etwas Zeit: Erst in knapp fünf Wochen, voraussichtlich am 25. November, soll Unverricht in einer weiteren Mitgliederversammlung zum Bürgermeisterkandidaten gekürt werden.

Bis zu diesem Termin soll auch die Kandidatenliste für die Kommunalwahl am 5. März 2021 stehen. Selbst gestecktes Ziel der SPD: Es sollen wenigstens 27 Personen auf der Liste stehen - just so viel, wie die (ab April 2021) etwas verkleinerte) Gemeindevertretung Sitze hat. Und es sind auf der SPD-Liste noch Plätze frei.

Da setzten die Sozialdemokraten auf weitere Interessierte: Politisch interessierte Bürger, die sich mit Zielen der Partei identifizieren können, aber nicht eintreten wollen, können auf der SPD-Liste mit antreten. "Wir sind offen für Bürger, die mit uns Kommunalpolitik machen und das Leben in Heuchelheim und Kinzenbach mitgestalten wollen", sagt Unverricht.

Inhalte und Themen für die kommenden Jahre wurden von Fraktion und Vorstand in einer Klausur vorstrukturiert und den Mitgliedern von Martin W. Davies präsentiert.

Als zentrale Thermen nennt Davies unter anderem ein umfassendes Wohnkonzept, bestmögliche Betreuung für die Jüngsten, weitere generationenübergreifende Angebote, ein ausgewogenes Verkehrskonzept, nachhaltige Klima-politik, das Stärken der Gemeinde als Wirtschaftstandort und das Sichern der kommunalen Finanzkraft. Zudem wolle man vertrauensvoll und mehr noch als bislang mit den Nachbargemeinden zusammenarbeiten.

Diese Schlagworte und Überschriften können und sollen in den kommenden Wochen bis zur nächsten Mitgliederversammlung ergänzt, präzisiert, nachgeschärft und mit weiterem Leben gefüllt werden. Etwa im Bereich Umwelt- und Naturschutz. Für die Sozialdemokraten völlig klar, dass auch konkrete Vorhaben wie der Neubau der Feuerwehr an einem noch nicht beschlossenen Standort oder die Zukunft der alten Schule in Kinzenbach auf der Agenda bleiben.

"Wir müssen deutlich machen, wofür die SPD vor Ort steht", sagt der designierte Spitzenkandidat Unverricht. Und sein Vorgänger Davies ergänzt: "Wir wollen und müssen die Menschen überzeugen, dass die SPD erste Wahl ist." Vor allem aber gelte es, die Menschen als Wähler wieder zu gewinnen, die man in den vergangenen Jahren verloren habe. FOTO: SO

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