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Malerisches Ambiente: Im Hofgut Utphe herrscht zur Sommerzeit jeweils samstags und sonntags reger Betrieb.

Rosen, Kuchen und Musik

  • Gabriele Krämer
    VonGabriele Krämer
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»Kultur darf nicht zu kurz kommen«: Natalie Stede und Stefan Zimmermann haben im Hofgut Utphe mit »Irenes Hofcafé« das passende Forum, um ihre Überzeugung umzusetzen.

Immer wieder samstags macht sich seit der Saisoneröffnung am 3. Juli so etwas wie ein fliegender Wechsel innerhalb des Publikums bemerkbar: Am Nachmittag bevölkern überwiegend Kuchen- und Tortenliebhaber das weitläufige Areal im Hofgut Utphe, am frühen Abend nehmen hauptsächlich Musikfreunde die Sitzplätze ein. »Irenes Hofcafé«, das von Natalie Stede und Stefan Zimmermann betrieben wird und erstmals an Pfingsten 2020 seine Pforten öffnete, bietet samstags ab 18 Uhr ein Kulturprogramm.

Solokünstler und Musikgruppen der unterschiedlichsten Genres sorgen für Unterhaltung, wie etwa erst am vergangenen Wochenende Efraim Mamami, ein Weltmusiker aus Peru. Auch für die kommenden Samstage ist die musikalische Unterhaltung gesichert, und am 22. August gibt es sogar einen Sonntags-Jazz-Frühschoppen (siehe Kasten).

»Wir bieten eine Bühne«, werben die Betreiber nun unter regionalen Künstlern um Aufmerksamkeit. Sie sehen sich in der Verantwortung und möchten dazu beitragen, dass sich viele Kreative bald wieder live vor Publikum präsentieren können: »Gerade in Zeiten wie diesen empfinden wir es als extrem wichtig, dass die Kultur nicht zu kurz kommt.« Willkommen sind Künstler mit dem Schwerpunkt Soul, Blues, Funk, Jazz, Latin, Pop, Folk oder Rock. Stand-up-Comedy, Kabarett, eine Autorenlesung oder eine Ausstellung sind ebenfalls denkbar (Bewerbungen erbeten per E-Mail an kontakt@ireneshofcafe.de).

Über die Resonanz auf ihr Hofcafé, das nach ihrer inzwischen verstorbenen Vermieterin Irene Müller benannt ist (die GAZ berichtete), können sich Stede und Zimmermann nicht beschweren. Die 48-jährige Friseurmeisterin, die im ehemaligen Jungtierstall des Hofgutes auch den »Schicksaal« (Friseursalon, Kleinkunstbühne, Geschenke-Shop und Theatersaal) betreibt, und der 58-jährige Leiter einer Event-agentur verzeichnen inzwischen Zulauf weit über Utphe und Hungen hinaus.

Das besondere Ambiente inmitten üppiger Rosen hat eine enorme Anziehungskraft. »Die Leute kommen sogar aus dem Taunus, aus Frankfurt und aus der Wetterau zu uns«, sagt Zimmermann. Nach langer, coronabedingter »Durststrecke« sei diese positive Entwicklung nicht hoch genug zu bewerten. Bezahlt macht sich auch, dass nur einen Steinwurf vom Hofgut entfernt der Limes-Radweg vorbeiführt. Geöffnet ist das Café nur im Sommer - und zwar ausschließlich samstags (15 bis 22 Uhr), sonntags (14 bis 18 Uhr) und: nur draußen.

Stemmte das Paar den Café- Betrieb anfangs weitgehend alleine, so ist inzwischen vor allem samstags ein eingespieltes Team am Start. Je nach Bedarf, Voranmeldungen und der entsprechenden Wetterprognosen können das an manchen Tagen bis zu fünf Aushilfskräfte sein. »Unser Personal ist ein echter Glücksgriff«, sagt Zimmermann. Er ist angesichts des allgemein beklagten Kräftemangels in der Gastronomie froh, sich fest auf die Mitarbeiter aus Hungen, Gießen und Steinfurth verlassen zu können. Neben Kuchen und Torten von Bäcker Ulrich aus Dorheim tischen diese auch süße Leckereien aus der Bäckerei Löber in Echzell sowie vegane Kuchen aus Gießen auf. Wer es lieber herzhaft mag, hat die Auswahl zwischen belegten und überbackenen Broten oder weiteren Gaumenfreuden von einer wechselnden Tageskarte. Für das kommende Wochenende ist übrigens bestes Ausflugswetter angesagt.

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