Rockpoet und Baggerfahrer

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Lich(pm). Der Liedermacher Gerhard Gundermann wurde im Westen Deutschlands erst durch den biografischen Spielfilm "Gundermann" von Andreas Dresen bekannter, der 2018 in die Kinos kam. Und das, obwohl Gundermann in der DDR und auch nach deren Ende ein Star war, gerühmt als "Bob Dylan vom Tagebau" oder schlicht als "Stimme des Ostens", die vielen aus der Seele sang.

Grit Lemke nähert sich nun mit ihrem Dokumentarfilm dem Sänger auf andere Art und Weise an. Sie stellt "Gundermann Revier" am kommenden Sonntag, 12. Januar, um 12 Uhr im Kino Traumstern in Lich persönlich vor. Ein Filmgespräch mit der Filmemacherin schließt sich an.

Das Lausitzer Revier und die einstige "sozialistische Wohnstadt" Hoyerswerda bilden den Hintergrund für die Biografie von Gerhard Gundermann, Rockpoet, Baggerfahrer und "Stimme des Ostens". Wie in einem Brennspiegel bündeln sich in der Region und in seinem Werk globale Fragen: Heimat und Industrie, das Ende der Arbeit, Utopie und individuelle Verantwortung. Eine Lehrerin, seine ersten Wegbegleiter aus der Brigade Feuerstein, sein Tontechniker und enger Mitarbeiter kommen ebenso zu Wort wie die Silly-Musiker Uwe Hassbecker und Ritchie Barton, Andy Wieczorek von der Band "Seilschaft" und Conny Gundermann.

Der Bürgerchor Hoyerswerda singt Gundermann und führt ihn in die Gegenwart des Reviers, das sich neu erfinden muss. Poetische Reflexionen einer Ich-Erzählerin, die in Hoyerswerda mit Gundermann aufwuchs, und metaphorische Bilder einer umgebrochenen Landschaft und Stadt führen durch den Film. Sie treten in einen Dialog mit Gundermann in weitgehend unbekannten Archivaufnahmen, Texten und Musik.

Der ehemalige Gießener Heribert Schneiders hat am Film als Producer mitgewirkt. Durch seine Vermittlung kommt Regisseurin Lemke nun ins Kino Traumstern, erzählt Kinochef Edgar Langer.

Der Dokumentarfilm ist zudem eine schöne Ergänzung zum Theaterstück von Christian Lugert "Gundermann - Tankstelle für Verlierer", das zurzeit im Stadttheater in Gießen läuft. Und auch der Georg-Büchner-Club widmet sich momentan dem Schaffen Gundermanns. Am Samstag, 18. Januar, werden Lugerth und Esra Schreier über und von Gundermann lesen. Die Veranstaltung in der Evangelischen Studierenden-Gemeinde in der Henselstraße 7 in Gießen beginnt um 15 Uhr.

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